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Panorama

26. Mai 2016 | 18:27 Uhr

Badeunfälle in SH : Schwimmen trotz roter Flagge – Mann stirbt in Ostsee

vom

Schon jetzt steht fest: In diesem Jahr gibt es mehr Badeunfälle an Nord- und Ostsee als 2013. Die meisten Unfälle sind auf die mangelnde Vorsicht zurückzuführen. Trotz roter Flagge gingen am Montag viele Schwimmer bei Lübeck ins Wasser. Ein Mann überlebte das nicht.

Eckernförde | Zwei Menschen sterben bei einem Badeunfall in der Hohwachter Bucht, eine Frau ertrinkt in der Ostsee bei Dahme, eine stirbt im Selker Noor. In Surendorf wurde ein 20-Jähriger von Rettungssanitätern reanimiert und ein 62-jähriger Mann von Passanten aus der Wakenitz bei Lübeck gezogen.

Allein am Montag zählte die Lübecker Polizei mehrere Badeunfälle am Timmendorfer Strand – und das obwohl die rote Flagge der DLRG wehte, die das Baden verbietet. Ein Mann kam ums Leben. Gegen 14.50 Uhr rettete ein am Strand anwesender Arzt den 62-jährigen Urlauber aus Ostfriesland aus dem Wasser und reanimierte ihn an Land. Dennoch konnten er und die heraneilenden Rettungskräfte dem Urlauber nicht helfen - er starb. Seine Ehefrau und der Sohn werden seelsorgerisch betreut.

Andere Unfälle an dem Strandabschnitt verliefen glimpflicher. Kurz nach 11 Uhr wurden zwei Mädchen (10 und 14 Jahre) aus dem Wasser gerettet. Die beiden Urlauberkinder wurden ärztlich versorgt, eines vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Am späten Nachmittag mussten die DLRG-Rettungskräfte einen 29-jährigen Polen aus dem Wasser bergen. Auch er wurde ins Krankenhaus gebracht.

Polizeisprecher Stefan Muhtz hat wenig Verständnis für das Verhalten der Strandbesucher. Die rote Flagge signalisiere eindeutig ein Badeverbot, die Gemeinde Timmendorfer Strand hat an der Wasserkante Hinweisschilder aufgestellt. Sie zeigen einen durchgestrichenen Schwimmer und die Beamten der Polizeistation Timmendorfer Strand warnten per Lautsprecher. Dennoch werden scheinbar die Hinweise ignoriert. Muhtz: „Die Badenden gefährden sich selbst und bringen Retter und Helfer in Lebensgefahr!“

Die Zahl dieser Nachrichten häuft sich in der aktuellen Badesaison und auch Thies Wolfhagen, Landesgeschäftsführer der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), bestätigt, dass „die Zahl der Badeunfälle im Vergleich zum Vorjahr gefühlt gestiegen ist und noch weiter steigen wird“. Dabei fällt auf, dass die meisten Unfälle an unbewachten Stränden passieren. Genaue Zahlen gibt es aber erst am Ende der Badesaison.

Gründe dafür gibt es viele. Wolfhagen weist auf die ungewöhnliche Wetterlage hin. Auflandige Winde rufen einen starken Seegang hervor. Nicht selten käme es vor, dass ein Badegast durch einen hohen Wellenschlag umgeworfen und dann von der Strömung unter Wasser gezogen wird. Andere wiederum überschätzen ihre eigene Leistungsfähigkeit. Doch nicht nur im Meer, sondern auch in Binnengewässern sollte Vorsicht geboten sein. Dort gibt es zwar keine starke Strömung, aber der Wellengang kann den einen oder anderen Schwimmer in Gefahr bringen.

Aber auch wenn hauptsächlich tödlich endende Badeunfälle an die Öffentlichkeit geraten, gibt es zahlreiche Einsätze der DLRG-Mitarbeiter, die gut ausgehen. Wolfhagen erzählt, dass am 19. und 20. Juli bei Kappeln 16 Menschen aus der Ostsee gerettet wurden. Diese seien trotz der Warnung durch die rote Flagge ins Wasser gegangen. Mehrere Gerettete seien immer noch im Krankenhaus.

Um im Meer und in Binnengewässern sicher zu baden, rät Wolfhagen, nur bis zur Hüfte und möglichst in Gruppen ins Wasser zu gehen. Vor allem Kinder sollten immer in Begleitung eines Erwachsenen schwimmen gehen. Badegäste sollten zudem stets einen bewachten Strand aufsuchen, um im Ernstfall schnell gerettet zu werden. Dazu gehört auch, dass die Warnungen der örtlichen Rettungsstationen wahrgenommen werden. Die Rettungsschwimmer stellen häufig fest, dass sich Strandbesucher nicht mit der Bedeutung der Warnzeichen auskennen und sich folglich auch bei einem Badeverbot, das durch eine rote Flagge gekennzeichnet wird, in die Wellen stürzen.

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erstellt am 21.Jul.2014 | 11:02 Uhr

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