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Heikendorf bei Kiel : Panzer im Keller: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Besitzer

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Im Juli 2015 wurde ein Panzer in einer Villa entdeckt. Nun muss sich ein 79-Jähriger wegen vor Gericht verantworten.

Kiel | Der Fall hat weltweit Schlagzeilen gemacht, jetzt kommt er vor Gericht: Die Staatsanwaltschaft Kiel hat Anklage gegen Millionär und Sammler Klaus-Dieter F. (79) erhoben, der im Keller seiner Villa in Heikendorf einen Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg nahezu einsatzbereit gemacht hat.

„Die Anklage lautet auf Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und Waffenrechtsnormen“, sagte Oberstaatsanwalt Axel Bieler am Mittwoch. Neben dem Panzer vom Typ „Panther“ waren im Sommer 2015 ein Flak-Geschütz und  ein Torpedo beschlagnahmt worden. Außerdem sind laut Staatsanwaltschaft zahlreiche Sturm- und Maschinengewehre, Pistolen, ein Mörser und ein Raketengewehr (verschießt panzerbrechende Granaten) sowie 1500 Schuss Munition sichergestellt worden.

Ohne seine Ketten wird der Weltkriegspanzer aus der Privatstraße in Heikendorf gezogen. Ums Kanonenrohr ist ein weißer Zettel mit dem Aktenzeichen gewickelt.
Ohne seine Ketten wurde der Weltkriegspanzer aus der Privatstraße in Heikendorf gezogen. Foto: Daniel Friederichs
Ins Visier der Polizei war der Senior durch Ermittlungen um wieder aufgetauchte Nazi-Kunst geraten.
Ins Visier der Polizei war der Senior durch Ermittlungen um wieder aufgetauchte Nazi-Kunst geraten. Foto: dpa
 

Dass in dem Fall ermittelt wird, steht schon länger fest. Dass die Anklage erst jetzt erhoben wurde, liege daran, dass, die Begutachtung der Waffen viel Zeit in Anspruch genommen habe, erklärte Bieler. Er betonte: „Die Weltkriegswaffen sind alle nicht gemäß der Richtlinien demilitarisiert.“ Das heißt sie waren noch funktionstüchtig.

Der „Panther“ wurde mit  zwei Bergepanzern der Bundeswehr aus der Villa gezogen.

Inzwischen steht er auf dem Truppenübungsplatz Putlos. Rechtsanwalt Gerald Goecke vertritt den Sammler, sagt: „Aus Respekt vor dem Gericht möchte ich keine öffentliche Diskussion über die Angreifbarkeit der staatsanwaltschaftlichen Sachverhaltsbeschreibung führen.“

Wann der Prozess vor dem Landgericht Kiel beginnt, ist noch offen.

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erstellt am 04.Jan.2017 | 17:24 Uhr

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