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Klimawandel im Norden : Klimabericht bestätigt Gefühl: Es wird wirklich wärmer und nasser in SH

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Die Meeresspiegel steigen, Pflanzen blühen früher: Im Bericht steht schwarz auf weiß, was viele schon befürchtet haben.

Kiel | Der Klimawandel ist in Schleswig-Holstein angekommen - und er wird sich auch künftig auf das Land auswirken. Dies geht aus dem Klimabericht hervor, der am Montag in Kiel vorgestellt wurde und über den der sh:z bereits in der vergangenen Woche berichtete. Der Bericht bestätige in Daten, Fakten, Grafiken die persönliche Wahrnehmung der vergangenen Jahre, sagte Umweltminister Robert Habeck (Grüne). Sprich: Es ist wärmer, auch im Winter. Aber die Sonne scheint trotzdem nicht öfter als früher.

Der Klimawandel besorgt Forscher seit Jahren. Das Abschmelzen der Eisschilde an den Polen lässt den Meeresspiegel steigen, Küstenregionen drohen vom Meer verdrängt zu werden. Die Erderwärmung führt außerdem zu einer Zunahme der Wetterextreme – und damit vermehrt zu Dürren aber auch zu Starkregen. Das Jahr 2016 brach alle Rekorde.

Der Bericht liefert die passenden Zahlen zum Gefühl. Demnach ist es seit 1881 um 1,3 Grad wärmer geworden. Die Anzahl der Frosttage nahm ab und die der Sommertage mit einer Tageshöchsttemperatur von mehr als 25 Grad Celsius zu. Es bestehe zudem ein Trend zur stärkeren Ausprägung der Starkregenereignisse. Gleichzeitig ist es in Schleswig-Holstein nasser geworden und auch der Meeresspiegel ist in den vergangenen hundert Jahren angestiegen: Um etwa 20 Zentimeter in der Deutschen Bucht und um etwa 14 Zentimeter an der deutschen Ostseeküste, wie der Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes, Paul Becker, sagte. Die Sonnenscheindauer sei hingegen relativ konstant geblieben. Diese Entwicklungen werden sich laut Becker fortsetzen.

Je nachdem, welches Klimamodell man zugrunde legt, erhöht sich die Jahresmitteltemperatur in Schleswig-Holstein um mindestens ein Grad Celsius bis hin zu mehr als vier Grad Celsius. Bei weiter hohen Treibhausgasemissionen und einem Wirtschaftswachstum, das mit dem Verbrauch fossiler Ressourcen verbunden ist, könnten die Meeresspiegel um bis zu 98 Zentimeter ansteigen. Neue Rechnungen halten sogar noch höhere Werte für möglich, wie Habeck betont.

„Ein ,weiter so‘ hätte fatale Auswirkungen für ganze Regionen Schleswig-Holsteins“, sagte Habeck. Der Klimawandel bedrohe den Lebensraum vieler Tiere, Menschen und Pflanzen. Habeck mahnte ein Umsteuern weg von fossilen Energien an. Die Klimaschutzbeschlüsse von Paris müssten konsequent umgesetzt werden, um den Klimawandel soweit wie möglich zu verlangsamen. Habeck verwies auf die Programme und Gesetzesinitiativen, die die Landesregierung zum Klima- aber auch zum Küstenschutz unternommen hat. Klimaschutz müsse aber weltweit wieder mehr in den Fokus gerückt werden. „Uns läuft die Zeit weg“. Auch im besten Fall werde es dramatische Veränderungen geben. Im schlimmsten Szenario würden die Veränderungen kaum händelbar sein, befürchtet Habeck. Es müsse jetzt gehandelt werden.

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erstellt am 20.Mär.2017 | 16:28 Uhr

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