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Panorama

10. Dezember 2016 | 12:00 Uhr

Nationalpark : Kitesurfen im Wattenmeer bleibt erlaubt - in rund 20 Zonen

vom

An den Kite-Spots entlang der Nordseeküste ist das Surfen künftig erlaubt. Lange gab es Streit um den Naturschutz.

Im Streit ums Kitesurfen im Wattenmeer in Schleswig-Holstein haben sich die Gremien der Nationalparkverwaltung geeinigt. Bei rund 20 Gebieten entlang der Nordseeküste sprachen sich die zwei Nationalpark-Kuratorien der Landkreise Dithmarschen und Nordfriesland für das Kitesurfen aus, sagte am Mittwoch Nationalpark-Chef Detlef Hansen. Die großen Strände vor den Inseln und St. Peter-Ording und die beliebten Kitesurfer-Spots an der gesamten Küste sollen Kite-Reiere bleiben. Die Orte sollen noch auf Detailkarten festgehalten werden.

Der Streit zwischen Touristikern und Naturschützern war langwierig: Kitesurfen zieht eine besondere Zielgruppe an Touristen nach Schleswig-Holstein. Wenn die Trendsportart eingeschränkt wird, bestünde das Risiko, dass die Sportler sich andere Ziele suchen. Die Vielfalt der Schleswig-Holstein-Besucher würde abnehmen. Die Naturverbände sorgten sich vor allem um den Vogelschutz.

In den Gremien sitzen jeweils rund zwei Dutzend Vertreter der angrenzenden Gemeinden sowie aus Tourismus, Wirtschaft, Naturschutzverbänden und Wissenschaft. „Wir haben zuvor 30 Gespräche vor Ort geführt“, sagte Detlef Hansen zu einem nun vom Nationalpark akzeptierten Vorschlag, mit dem auch das Kiten geregelt werden soll. Auch mit mehreren lokalen Vertretern der Surfszene - etwa auf Sylt - sei gesprochen worden.

„Das Kiten gehört auch in den Nationalpark, aber dort, wo es ökologisch verträglich ist“, sagte Hansen zu dem Beschluss. Im Landesumweltministerium freute man sich über den Beschluss. Das sei ein „deutliches Signal der Gemeinsamkeit“, teilte eine Sprecherin mit. Mit überregionalen Vertretern des Kitesports würden - auch über die Ostsee - noch Gespräche geführt.

„Ein Antrag auf Änderung der Befahrensverordnung für den Nationalpark wird erst nach Abschluss dieser Gespräche zu stellen sein“, hieß es weiter. Solch ein Antrag ans Bundesverkehrsministerium muss mit den anderen Wattenmeer-Ländern Hamburg und Niedersachsen abgestimmt werden. Hintergrund des Konflikts ist ein Vorstoß der Landesregierung, das Kitesurfen im Nationalpark aus Naturschutzgründen durch den Bund beschränken zu lassen.

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erstellt am 06.Jul.2016 | 17:10 Uhr

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