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Panorama

05. Dezember 2016 | 17:45 Uhr

Helgoland, Amrum, Friedrichskoog : Kegelrobben-Safari: Ausflüge zum süßesten Nachwuchs des Winters

vom

Im Winter werden auf Helgoland und einigen Nordsee-Sänden Kegelrobbenbabys geboren. Wer sie sehen möchte, braucht etwas Zeit – und sollte seefest sein.

Helgoland | In den Sand gedrückt ducken sie sich jeden Winter am Strand der Helgoländer Düne. Mit ihren dicken Outdoorjacken, Strickmützen und riesigen Teleobjektiven sind Naturfotografen auf der Suche nach einem der wohl schönsten Motive der Nordsee: Dem Kegelrobbennachwuchs, der sich in den Wintermonaten an den Stränden aalt. Mit weißem, plüschigen Fell und großen schwarzen Kulleraugen begeistern die Babys des größten Landraubtiers Deutschlands viele Tierfans. Doch der Weg zu dem Naturschauspiel auf Helgoland ist ein weiter – und der Wind weht zuweilen eisig über die entlegene Insel.

Die ersten Kegelrobbenbabys der Saison kamen Mitte November auf der Helgoländer Düne zur Welt. Die beste Chance, die Tiere zu sehen, ist im Dezember oder Januar. Dann liegen noch mehr Tiere im Sand. Dort müssen sie sich in ihren ersten Lebenswochen reichlich Fett zulegen, um den Winter in der kalten Nordsee überstehen zu können. Helgoland beherbergt die größte Kolonie vor Schleswig-Holstein, doch auch auf den Nordfriesischen Inseln kann man Glück haben und die Tiere sehen. Sogar auf einer Sandbank vor der dänischen Insel Röm wurde in diesem Jahr zum ersten Mal Kegelrobbennachwuchs entdeckt.

Touristen, die sich für eine Robben-Safari entscheiden, sollten vor allem die Naturschutzbedingungen beachten. Auch wenn Babys so friedlich am Strand dösen: Näher als 30 Meter sollte man auf keinen Fall an die Tiere herangehen. Auch bei Elterntieren muss man ausreichend Abstand halten und sollte nicht den Weg zum Wasser durchkreuzen. Streicheln oder füttern ist verboten, Hunde müssen an der Leine gehen.

Heuler – oder nicht Heuler?

Wenn kleine Robben von ihren Müttern verlassen worden sind, nennt man sie Heuler. Dieser Nachwuchs wird, wenn er Überlebenschancen hat, in die Aufzuchtstation gebracht. Selbst wenn man den Verdacht hat, dass es sich bei einem Tier um einen verlassenen Heuler handelt, darf man es nicht anfassen. Stattdessen sollte man den zuständigen Seehundjäger oder den Naturschutzverband informieren.

Helgoland: Seehundjäger siehe aktueller Aushang am Fähranleger; 04725-7787 (Verein Jordsand)

Amrum: 04682-1635 (Öömrang Ferian i.f.); 04682-2718 (Schutzstation Wattenmeer)

Föhr: 04681-1313 (Schutzstation Wattenmeer)

 

Wichtig ist auch: An der Nordsee ist es meist wesentlich kälter als im Landesinnern. Ohne dicke Wintersachen sollte man die Reise nicht machen.

Kegelrobben auf Helgoland

Streicheln verboten: Ein Kegelrobben-Baby auf der Hochseeinsel Helgoland.
Streicheln verboten: Ein Kegelrobben-Baby auf der Hochseeinsel Helgoland.
 

So nah wie auf Helgolands Düne kann man wild lebenden Robben wohl nirgends in Deutschland begegnen. Die Kleinen liegen am Strand auf der Düne, der Sandinsel neben der größeren Felseninsel. Auch die Elterntiere sieht man am Strand liegen oder umherrobben. Doch nach Helgoland ist im Winter die Anreise nicht ganz unkompliziert. Man sollte ausreichend Zeit mitbringen und Schifffahrten mögen.

Nach Helgoland kommt man im Winter nicht mehr mit der Fähre ab Büsum. Es bleiben nur die Fähre ab Cuxhaven oder der Flieger ab Büsum. Die Tourismusagentur der Insel bietet eine vorgeplante „Kegelrobben-Safari“ an, die drei Übernachtungen umfasst.

Wer selbständig anreisen möchte, kann das Seebäderschiff ab Cuxhaven nehmen (täglich außer sonntags 10.30 Uhr). Die Fahrt dauert 2,5 Stunden. Wer Cuxhaven mit der Fähre ab Brunsbüttel erreichen möchte, sollte die 8 Uhr-Fähre nehmen. Wer nicht so seefest ist: Der Metronom ab Hamburg fährt um 8.06 Uhr los.

Da die Rückfahrt ab Helgoland schon um 16 Uhr (nicht täglich!) erfolgt, empfiehlt sich mindestens eine Übernachtung. Achtung: Außer in der Weihnachtszeit sind die Rückfahrten nicht täglich. Die Kosten für die Hin- und Rückfahrt liegen bei 10 Euro für Brunsbüttel-Cuxhaven und 42 Euro für Cuxhaven-Helgoland. Die Fähre zur Düne fährt alle halbe Stunde (5 Euro pro Fahrt).

Mit der Fähre Zeit
Fähre ab Brunsbüttel: 8 Uhr Fahrtzeit: 1,5 Stunden
Fähre Ab Cuxhaven: 10.30 Uhr Fahrtzeit: 2,5 Stunden
Aufenthalt auf Helgoland Mind 1 Tag
Fähre ab Helgoland: 16 Uhr Fahrtzeit: 2,5 Stunden
Fähre ab Cuxhaven: 20.30 Fahrtzeit: 1,5 Stunden

 

Schneller geht es auf dem Luftweg – vor allem wer nicht übernachten möchte, sollte sich dafür entscheiden. Mit dem Flugzeug kann man ab Büsum innerhalb von 20 Minuten die Helgoland erreichen – und ist auch schon gleich auf der Robben-Düne. Der Flieger startet täglich um 8.15 Uhr. Der Rückflug geht um 15.35 Uhr. Die Kosten betragen 184 Euro.

Mit dem Flugzeug Zeit
Flug ab Büsum: 8.15 Uhr 20 Min
Aufenthalt auf Helgoland Max. 7 Std
Rückflug ab Helgoland: 15.35 Uhr 20 Min.

 

Kegelrobben auf Sylt und Amrum

Die Amrumer Kegelrobben kommen auf Sandbänken zur Welt.
Die Amrumer Kegelrobben kommen auf Sandbänken zur Welt. Foto: Carsten Rehder

Die Kegelrobbenbabys werden auf den vor Amrum gelegenen Außensänden wie dem Jungnamensand geboren. Auf den Inseln selbst sieht man sie also seltener. Bei stürmischem Wetter können die niedrigen Sandbänke aber überspült werden und die Babys müssen zusammen mit den Müttern zu den nahe gelegenen Inselstränden ausweichen. Werden junge Tiere gefunden, errichten die Naturschützer flexible Ruhezonen, um Spaziergänger zu informieren und an den Robbenbabys vorbeizulotsen. Wie nah man dann an die Tiere herankommt, hängt vom Strand ab. Näher als 50 Meter kommt man nicht heran.

Wer sicher gehen möchte, dass überhaupt Kegelrobben auf den Inselstränden sind, sollte sich vor der Reise aktuell informieren. Die Anreise nach Amrum erfolgt mit der Fähre ab Dagebüll. Die Fahrt dauert mindestens 90 Minuten. Die erste Fähre startet um 7.20 Uhr, um 17.25 fährt die letzte Fähre zurück.

Mit der Fähre Zeit
Fähre ab Dagebüll: 7.20 Uhr 1,5 Std
Aufenthalt auf Amrum ca. 8,5 Std.
Fähre Ab Wittdün (Amrum): 17.25 Uhr 1,5 Std

 

Kegelrobben in Friedrichskoog

Das flauschig weiche Fell bietet die perfekte Tarnung in Packeis-Gebieten. Foto: dpa
Das flauschig weiche Fell bietet die perfekte Tarnung in Packeis-Gebieten. Foto: dpa

Werden verlassene Kegelrobben gefunden, sogenannte Heuler, werden sie unter anderem in die Schutzstation nach Friedrichskoog gebracht. Dort kann man den Aufzuchtbereich zwar nicht direkt besuchen, aber über Video und von einem Aussichtsturm aus beobachten. Wie viele Tiere sich jeweils dort befinden, kann man auf der Homepage der Station einsehen. Geöffnet ist die Station täglich von 10 bis 16 Uhr, Fütterungszeiten der Jungtiere sind um 13 Uhr und 15.30 Uhr.

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erstellt am 28.Nov.2016 | 16:32 Uhr

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