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Panorama

11. Dezember 2016 | 05:11 Uhr

Bundesweiter Blitz-Atlas : In Kiel und im Kreis Plön schlagen die wenigsten Blitze ein

vom
Aus der Onlineredaktion

Deutsche Blitzhauptstadt ist Schweinfurt. Die Zahl der Blitze in Deutschland schwankt von Jahr zu Jahr stark.

Kiel | In Schleswig-Holstein sind im Jahr 2015 die wenigsten Blitze eingeschlagen. In der Stadt Kiel waren es nach einem am Dienstag vom Technologiekonzern Siemens vorgestellten Blitz-Atlas im bundesweiten Vergleich am wenigsten Blitze pro Quadratkilometer. In der Landeshauptstadt schlugen rein rechnerisch 0,18 Blitze pro Quadratkilometer und Jahr ein, um Plön herum 0,23. In absoluten Zahlen zählten die Messstationen für Kiel 20 (2014: 65) Einschläge, für den Landkreis Plön 249 (777).

Schleswig-Holstein war unter den 16 Bundesländern das auf Blitzdichte bezogen am zweitschwächsten betroffene Gebiet. Nur im Saarland war die Dichte der Blitze geringer. Hamburg rangiert hierbei im Mittelfeld. Das Ergebnis mag überraschen - denn gefühlt gibt es in Schleswig-Holstein viele Unwetter.

Die meisten Blitze im deutschlandweiten Vergleich schlagen in Schweinfurt ein. Die unterfränkische Stadt hat Cottbus damit als Hauptstadt der Blitzeinschläge abgelöst. Pro Quadratkilometer schlugen in Schweinfurt im vergangenen Jahr durchschnittlich 4,5 Blitze ein. Es folgt der Erzgebirgskreis in Sachsen (4,3).

In Karlsruhe betreibt Siemens eine Zentrale zur Erfassung von Blitzeinschlägen. Insgesamt zählte Siemens 2015 knapp 550.000 Einschläge in Deutschland. Ein Jahr zuvor waren es fast 623.000. Die Zahl schwankt von Jahr zu Jahr stark. Das brandenburgische Cottbus war 2014 auf 8,4 Einschläge pro Quadratkilometer gekommen.

In Deutschland blitzt es jedes Jahr mehr als zwei Millionen Mal - meist in den Wolken, seltener zwischen Himmel und Erde. Schlägt der Blitz in den Boden sein, wird es lebensgefährlich - besonders im Freien. Denn von der Einschlagsstelle breitet sich Strom in alle Richtungen aus. Die größte Gefahr droht, wenn man direkt vom Blitz getroffen wird.

Was genau passiert dann?

Die Spannung am Körper steigt auf mehrere 1.00.000 Volt an. Es kommt zu Verbrennungen sowie Nerven- und Muskellähmungen. Zudem wirkt der Strom direkt aufs Herz. Trotzdem gibt es immer wieder Fälle, in denen Menschen das überleben. Spätfolgen wie chronische Schmerzen und Bluthochdruck können aber noch Jahre später auftreten.

Wie kommt es zum Gewitter und zum Blitz?

Gewitter entstehen, wenn an schwülen Tagen warme, feuchte Luftmassen aufsteigen und dabei abkühlen. Es bilden sich Wassertropfen und Eiskristalle. In der Gewitterwolke reichern sich im oberen Teil positiv geladene Eiskristalle an. An der Wolkenunterseite gibt es mehr negativ geladene Wassertropfen. Überschreitet die daraus resultierende Spannung eine bestimmte Schwelle, kommt es zu einem gigantischen Kurzschluss. Der Blitz entlädt sich innerhalb der Wolke oder zwischen Wolke und Boden. Die höchste Blitzdichte des Planeten herrscht im tropischen Zentralafrika.

Wie kann man sich schützen?

Gewitter übersteht man nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes am besten im Auto oder in festen Gebäuden. Wer im Freien überrascht wird, sollte Bäume, Masten, Zäune oder Gewässer meiden und sich möglichst klein machen - am besten hockend in einer Bodenmulde.

 
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erstellt am 26.Jul.2016 | 10:46 Uhr

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