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Panorama

10. Dezember 2016 | 11:56 Uhr

Christopher Street Day in Berlin : Hunderttausende feiern den CSD - ohne Zwischenfälle

vom
Aus der Onlineredaktion

In München tötete ein 18-Jähriger neun Menschen. Der CSD zog trotzdem durch Berlin.

Berlin | Einen Tag nach dem Amoklauf von München haben in Berlin Hunderttausende friedlich den Christopher Street Day (CSD) gefeiert. Die bunte Parade zog am Samstag unter dem Motto „Danke für nix“ durch die City. Die Polizei war mit rund 500 Beamten im Einsatz. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte zum Auftakt, Intoleranz und Diskriminierung dürfe kein Raum gegeben werden. Die Veranstalter rechneten wie im Vorjahr mit 750.000 Besuchern. Die Demonstration für gleiche Rechte aller Menschen sollte mit einer Kundgebung am Brandenburger Tor zu Ende gehen.

Der CSD steht für Toleranz und gegen Diskriminierung. Denn trotz aller Fortschritte: Bis heute ist Homophobie ein gesellschaftliches Problem.

„Wir gemeinsam müssen uns dafür engagieren, dass diese Stadt und dass unser Zusammenleben wirklich ein offenes, tolerantes und freies Zusammenleben ist“, betonte Müller. Dafür könne jeder jeden Tag etwas tun. Der SPD-Politiker lobte die Fortschritte, die Homosexuelle in den vergangenen Jahren erkämpft hätten. Doch der CSD erinnere auch daran, dass noch sehr viel zu tun sei. „Der CSD fordert zurecht ein, dass wir uns gemeinsam engagieren gegen Diskriminierung, Intoleranz, gewalttätige Übergriffe, gegen Homophobie und Transphobie.“

Von Verunsicherung durch den Anschlag in München war nichts zu spüren. „Ich habe eher weniger Angst“, sagte CSD-Besucher Holger Wedeking (41). „Klar macht man sich Gedanken, aber ich will mir von diesen schlimmen Ereignissen nicht die Lebensfreude nehmen lassen.“ Ein anderer Besucher sagte, gerade in solchen Zeiten sei es wichtig, Flagge zu zeigen.

In München hatte ein 18 Jahre alter Deutsch-Iraner am Freitagabend neun Menschen und sich selbst erschossen. Die Ermittler gehen von einem Amoklauf aus. Der Attentäter hatte nach bisherigen Erkenntnissen keinen Bezug zur Terrormiliz Islamischer Staat. Er soll psychisch krank gewesen sein.

Laut Polizei war die Berliner Demonstration „sehr friedlich“. „Wir wissen von keinen größeren Zwischenfällen“, sagte ein Sprecher. Auch die Veranstalter zeigten sich mit dem bisherigen Verlauf zufrieden. „Alles läuft super“, sagte eine Sprecherin.

Die CSD-Parade war am Mittag am Kurfürstendamm gestartet. Mehr als 50 geschmückte Wagen waren dabei. Viele Teilnehmer in schrillen Kostümen tanzten und liefen in dem lauten Zug mit. Zum Finale sollten auch Culcha Candela und Benjamin Boyce (Ex-Mitglied von Caught In The Act) am Brandenburger Tor auftreten.

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erstellt am 23.Jul.2016 | 18:28 Uhr

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