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Panorama

06. Dezember 2016 | 03:37 Uhr

Übersichtskarte : Hier treiben die Horror-Clowns ihr Unwesen

vom

Sonderburg, Rostock, Lüneburg und jetzt auch Sylt – die gruselige Clown-Epidemie ist nun auch in SH angekommen.

Morsum | Unheimliche Clowns mit Baseballschlägern und Kettensägen – ein Gruseltrend aus den USA, der längst in unsere Breitengrade geschwappt ist. Auch Schleswig-Holstein wappnet sich, kommen die Einschläge doch immer näher.

Halloween eilt 2016 seiner Zeit voraus. Im Oktober ist es in Deutschland bereits hundertfach zu Vorfällen mit sogenannten „Killer-Clowns“ gekommen, bei denen Passanten zum Teil sogar Verletzungen davontrugen. Bis Mittwochnachmittag sind der Polizei bundesweit bereits rund 370 Vorfälle bekannt.

Nachdem zuletzt die Falschmeldung einer Killer-Clown-Sichtung in Neumünster die Runde machte, vermeldet die Sylter Polizei am vergangenen Freitag den ersten Fall in SH: In Morsum versetzte ein als Clown verkleideter Unbekannter die Bewohnerin eines Hauses in Angst und Schrecken. Bereits 2014 schaffte es der bedrohliche Clown-Prank-Trend aus Frankreich bis nach Schleswig-Holstein. In Flensburg hatte ein Maskierter mit Kettensäge mehrere Passanten erschreckt. Nördlich der Grenze hagelt es ebenfalls Anzeigen. In vielen Teilen Dänemarks wurden im Oktober Grusel-Clowns gesichtet.

Die mit Abstand meisten Fälle hat einer dpa-Umfrage zufolge das LKA Nordrhein-Westfalen registriert: Der Behörde im bevölkerungsreichsten Bundesland waren bis zum Mittwochvormittag 190 Vorfälle mit Horror-Clowns bekannt. Dabei wurden acht Menschen leicht verletzt. In Niedersachsen wurden 56 Fälle gezählt, in Mecklenburg-Vorpommern 47. In Baden-Württemberg sind der Polizei den Angaben zufolge bislang hingegen erst sieben, in Berlin zwei Fälle bekannt. In Hamburg trat das makabre Phänomen nach Polizeiangaben erst ein mal auf - am Dienstagabend griffen zwei Männer einen 18-Jährigen in einer Kleingartenanlage an.

Eine Übersichtskarte zeigt, wo die Killer-Clowns bisher ihr Unwesen treiben.*

 

Die gruseligen Clowns rufen jetzt die Politik auf den Plan. Schleswig-Holsteins CDU-Landesvorsitzender Ingbert Liebing verlangt ein entschlossenes Vorgehen gegen die Maskierten. Das Treiben der Horror-Clowns sei kriminell und dürfe nicht als Ordnungswidrigkeit nach dem Motto „grober Unfug“ abgetan werden, sagte Liebing am Montag. „Hier muss das Strafrecht konsequent angewendet werden und wenn es da Lücken gibt, muss das Strafrecht notfalls auch nachgeschärft werden.“

Hier kämen Menschen zu Schaden, unabhängig davon, ob sie verprügelt werden, sagte Liebing. Auch wenn die Psyche leide, weil zum Beispiel Kinder auf übelste Weise erschreckt werden, sei das eine Form der Körperverletzung. „Wichtig ist, dass hier nicht noch lange Gutachten erstellt werden müssen, um festzustellen, ob jemand wirklich einen psychischen Schaden davonträgt“, sagte der CDU-Landesvorsitzende. Wer so etwas mache, müsse wissen, dass er kriminell handle und dies geahndet werden müsse. Hier werde das subjektive Sicherheitsgefühl von Menschen aufs Spiel gesetzt.

Opfer sollten sofort die Polizei rufen, damit die Täter gefasst werden können, riet Liebing und betonte: „Wir brauchen eine flächendeckende Polizeipräsenz“.

Die Polizei warnt, dass es sich bei den Attacken keinesfalls um Dummejungenstreiche handelt. Verkleideten Übeltätern drohen strafrechtliche Konsequenzen – etwa wegen Körperverletzung, Bedrohung oder Nötigung. Auch die Einsatzkosten können auf die maskierten „Scherzbolde“ zurückfallen. Rund um Halloween befürchtet die Polizei eine Häufung der Fälle – vor allem in Großstädten. Wer am 31. Oktober nicht fälschlich für einen Horror-Clown gehalten werden möchte, dem sei geraten seine Kostümierung entsprechend zu wählen, heißt es von der Flensburger Polizei.

*Aufgeführt werden Fälle, die von der Polizei öffentlich gemacht wurden.

Mit dpa

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erstellt am 27.10.2016 | 13:30 Uhr

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