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Lebenserwartung in SH : Flensburger sterben früher als Stormarner

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Aus der Onlineredaktion

Frauen werden im Schnitt älter als Männer. Das ist bekannt. Doch die Lebenserwartung hängt auch vom Wohnort ab.

Berlin | In Flensburg leben die Menschen im Schnitt einige Jahre kürzer als am Hamburger Rand. So ist die Stadt an der dänischen Grenze bei Frauen und Männern Schlusslicht bei der mittleren Lebenserwartung im Norden, wie eine Daten-Auswertung der Linken-Abgeordneten Sabine Zimmermann zeigt, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Männer werden in Flensburg im Schnitt 75,2 Jahre alt, Frauen 80,8 Jahre.

Wie lange man lebt, hängt auch vom Wohnort ab. Die geografische Lage ist aber nicht die Ursache der Unterschiede. Es sind die sozioökonomischen Bedingungen in der Wohnregion.

Statistisch am ältesten werden Frauen im nördlichsten Bundesland im Kreis Stormarn (83,1 Jahre), gefolgt von den Kreisen Pinneberg und Herzogtum Lauenburg (82,9) sowie Segeberg und Rendsburg-Eckernförde (82,6). Männer werden im Norden ebenfalls im Kreis Stormarn am ältesten (79,2 Jahre), dicht gefolgt von Segeberg (79,1) und Plön (78,7). In Hamburg werden Männer im Schnitt 78,1 Jahre alt, Frauen leben dort 82,9 Jahre.

So alt werden Frauen im Durchschnitt in SH:

Und so sieht es im Durchschnitt bei den Männern aus:

Der Daten-Auswertung zufolge sterben Menschen mit wenig Geld in Deutschland im Schnitt deutlich früher als Reiche. Die Lebenserwartung liegt in struktur- und einkommensschwachen Regionen demnach erkennbar niedriger als in wohlhabenden Gegenden. Negativ betroffen sind weite Teile der neuen Bundesländer und Teile des Ruhrgebiets, des Saarlands und Frankens.

Die niedrigste Lebenserwartung bundesweit haben die Männer im rheinland-pfälzischen Pirmasens mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 73,0 Jahren. Die höchste Lebenserwartung bei Männern gibt es demnach im bayerischen Starnberg mit 81,3 Jahren. Auch bei den Frauen belegt Pirmasens mit 77,1 Jahren den letzten Platz, statistisch am ältesten werden Frauen im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald mit 85,0 Jahren.

In einer Antwort auf eine Anfrage Zimmermanns betont das Gesundheitsministerium: „Zahlreiche Maßnahmen der Bundesregierung zielen auf eine Verbesserung der gesundheitlichen Chancengleichheit.“ Mit dem 2015 in Kraft getretenen Präventionsgesetz würden die Krankenkassen verpflichtet, gezielt Leistungen zur Gesundheitsförderung und Prävention zu erbringen.

Hingegen argumentierte Zimmermann, Armut und damit schlechte Gesundheit würden von Generation an Generation weitergegeben. „Um das zu ändern, braucht es mehr als Programme zur Gesundheitsprävention“, sagte sie der dpa. Nötig sei eine umfassende Bekämpfung von Armut und gesundheitsschädlichen Lebensverhältnissen - also etwa höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen gerade für Geringverdiener.

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erstellt am 30.Mär.2016 | 13:42 Uhr

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