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Panorama

08. Dezember 2016 | 15:34 Uhr

Tod auf der „Gorch Fock“ : Eltern von Jenny Böken verzichten auf weitere Beschwerde

vom

Acht Jahre nach dem Tod von Jenny Böken wollen die Eltern den juristischen Streit mit der Bundesrepublik beilegen.

Münster | Acht Jahre nach dem Tod der Bundeswehr-Kadettin Jenny Böken auf der „Gorch Fock“ verzichten die Eltern auf weitere Rechtsmittel im Verwaltungsstreit gegen die Bundesrepublik Deutschland. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster hatte im September eine Klage der Eltern aus Geilenkirchen bei Aachen auf Entschädigung zurückgewiesen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Böken 2008 auf dem Segelschulschiff nicht unter „besonders lebensgefährlichen Umständen“ gestorben ist. Diese Feststellung wäre notwendig gewesen, damit den Eltern nach dem Soldatenversorgungsgesetz 20.000 Euro zugestanden hätten.

Die damals 18-Jährige aus Geilenkirchen in Nordrhein-Westfalen war aus ungeklärten Gründen über Bord gegangen. Ihre Leiche wurde Tage später in der Nordsee entdeckt. Die Kieler Staatsanwaltschaft sprach von einem tragischen Unglück, die Umstände des Todes sind aber bisher nicht geklärt.

Das OVG ließ keine Revision zum Bundesverwaltungsgericht nach Leipzig zu. Dagegen hätten die Eltern Beschwerde einlegen können. „Diesen Schritt gehen wir nicht mehr“, sagte der Vater der Kadettin, Uwe Böken, am Montag. Eine OVG-Sprecherin bestätigte, dass bislang keine Beschwerde in Münster eingegangen sei. Die Frist dafür laufe allerdings auch erst in einer Woche ab.

Die Eltern von Jenny Böken behalten sich dagegen strafrechtliche Schritte vor. Sie werfen dem Schiffsarzt und weiteren Zeugen Falschaussagen vor dem OVG in Münster vor. Bereits kurz nach der Verhandlung hatten sie angekündigt, Strafanzeige zu erstatten. Daran wollen sie laut Uwe Böken festhalten. Bökens Anwalt kündigte an, die Wiederaufnahme der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft zu beantragen.

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erstellt am 31.Okt.2016 | 17:00 Uhr

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