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Panorama

06. Dezember 2016 | 09:13 Uhr

Einschulung in Schleswig-Holstein : Eltern geben weniger für die Schultüte aus - besonders in SH

vom

Letztes Jahr kostete die Schultüte samt Inhalt im Bundesdurchschnitt 70 Euro. 2016 sind es 60 Euro, in SH noch weniger.

In der kommende Woche beginnt in Schleswig-Holstein für 23.000 Abc-Schützen die Schule. Traditionell wird ihnen der Einstieg in die Schule mit einer Zuckertüte versüßt –  88 Prozent der Kinder in SH werden von Eltern und Großeltern damit ausgestattet. Dies ergab eine repräsentative Studie von RetailMeNot.de. Selbst gebastelt wird die Schultüte von jedem Vierten (24 Prozent). Mehr als acht von zehn der deutschen Eltern (84 Prozent)  befüllen die Schultüte selbst, die anderen kaufen eine fertig gefüllte Tüte.

Wie immer kommt es dabei auf den richtigen Mix an, mahnt die Verbraucherzentrale: Als gesunde Alternative zu Zuckerbomben bieten sich an: Studentenfutter ohne Zuckerzusatz, Vollkornkekse, Nüsse, Trockenfrüchte oder auch frisches Obst aus der Region.

 

Im Schnitt geben Eltern in diesem Jahr 60 Euro für die Schultüte samt Inhalt aus – im vergangenen Jahr waren es noch durchschnittlich 70 Euro. Eine Tendenz, die sich auch im Bundesvergleich bestätigt. Zwar sahnen im Osten die Erstklässler mit durchschnittlich 70 Euro pro Tüte deutlich mehr ab als im Westen (55 Euro), aber auch sie müssen sich 2016 mit weniger zufrieden geben als letztes Jahr (83 Euro). In Sachsen (76 Euro), Hamburg (36 Euro) und Schleswig-Holstein (48 Euro) werden 2016 durchschnittlich 30 Euro weniger ausgegeben als 2015, in Bremen (55 Euro) sind es im Vergleich zum Vorjahr sogar fast 40 Euro weniger.

Aber es gibt auch überaus spendable Eltern. So geben in Baden-Württemberg immerhin drei Prozent über 200 Euro für die Schultüte aus, und in Thüringen investieren die Eltern jedes siebten Erstklässlers 150 bis 200 Euro. Mit durchschnittlichen Ausgaben von 80 Euro pro Schultüte liegt Thüringen im Bundesvergleich sogar an der Spitze.

Während die Erstklässler dem ersten Schultag freudig entgegenfiebern, durchleben ihre Eltern stressige Wochen: Drei von vier Eltern beginnen mindestens einen Monat vor der Einschulung mit dem Kauf und finden, dass sich Eltern heute mehr Stress mit der Schultüte machen als früher. Einerseits entspringt dieser Druck dem Wunsch, den Nachwuchs glücklich zu machen: Viele haben das Gefühl, dass Kinder heute deutlich höhere Erwartungen  haben – mehr als jeder Dritte empfindet es als Stress, eine Schultüte zusammenzustellen, die ihr Kind zufriedenstellt.

Größter Stress: Wer hat die schönste Schultüte?

Der deutlich größere Stressfaktor ist aber die Konkurrenz zu den anderen Familien: Zwei von drei Eltern wäre es unangenehm, wenn das eigene Kind im Vergleich zu den Mitschülern die kleinste Schultüte hätte, und 62 Prozent haben sogar den Anspruch, ihrem Kind die schönste Schultüte der Klasse zu schenken. Zudem glauben sechs von zehn  Eltern von Erstklässlern, sich anhand der Schultüte einen ersten Eindruck von den anderen Familien verschaffen zu können. Dazu passt, dass 81 Prozent ihre Sprösslinge neu einkleiden und viele darauf achten, dass die Mode des Abc-Schützen zur Schultüte passt. Um das harmonische Familienbild abzurunden, stimmen 56 Prozent sogar ihr eigenes Outfit auf die Kleidung des Kindes ab.

Die Zuckertüte macht ihrem Namen alle Ehre, denn mit Süßigkeiten wird sie von Eltern am häufigsten befüllt (88 Prozent). Generell setzen die meisten beim Inhalt  auf Altbewährtes: 69 Prozent packen die erste Schulausrüstung mit Federmäppchen & Co. ein. In mehr als jeder fünften Schultüte steckt Geld, und in jeder achten  ist ein Gutschein zu finden. Während im letzten Jahr noch  jeder neunte Abc-Schütze in derTüte ein Handy fand, ist es in diesem Jahr nur noch einer von 17 Erstklässlern.

Dass es nicht immer teuer sein muss, die Tüte mit interessanten Dingen zu befüllen, zeigen die Vorschläge der Verbraucherschützer: Kleine Bücher für Lernanfänger, ein Springseil oder Eintrittskarten für den Zoo oder einen Film seien eine gelungene Überraschung. Erstklässer freuen sich ebenso über Gummitwist oder Jonglierbälle. Auch Seifenblasen, ein kleines Kuscheltier, ein Kartenspiel oder Knete kommen demnach genauso gut an wie eine Tasse mit lustigem Motiv, um gut gelaunt in den Tag zu starten. In einer bunten Trinkflasche bleibt der Tee im Sommer kalt und im Winter warm. Wichtig: Eltern sollten beim Kauf darauf achten, dass die Flasche sich gut schließen und reinigen lässt und aus isolierendem Material besteht.

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erstellt am 03.Sep.2016 | 15:15 Uhr

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