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Panorama

04. Dezember 2016 | 11:21 Uhr

Jungen und Mädchen : Das sind die beliebtesten Babynamen 2015

vom

Ein Ahrensburger Hobby-Namensforscher wertet 183.396 Geburtsmeldungen aus. Das sind die Ergebnisse.

Hamburg/Ahrensburg | Mia verdrängt Emma, Ben verteidigt seine Position und Mila und Milan sind die Aufsteiger des Jahres. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse aus der diesjährigen Vornamen-Statistik von Knud Bielefeld. Der Hobby-Namensforscher aus Ahrensburg bei Hamburg hat 183.396 Geburtsmeldungen aus Deutschland für das Jahr 2015 ausgewertet und damit nach eigenen Angaben mehr als ein Viertel - rund 26 Prozent - der Baby-Namen erfasst.

Die Ergebnisse im Detail:

Bei den Mädchen hat Mia ihre jahrelange Spitzenposition zurückerobert. 2014 war sie seit 2009 zum ersten Mal von Platz 1 verdrängt worden.

Die beliebtesten Mädchennamen
2015 2014
Mia Emma
Emma Mia
Hannah/Hanna Hanna/Hannah

Bei den Jungs hat Ben weiterhin die Nase vorn. Dahinter gibt es ein paar Veränderungen.

Die beliebtesten Jungennamen
2015 2014
Ben Ben
Jonas Luis/Louis
Leon Paul

Auf Ben folgen in diesem Jahr Jonas und Leon, die unter den Top-Ten im Vergleich zum Vorjahr Rangplätze mit Paul und Luis/Louis tauschten. Die „L“-Namen waren vor zehn Jahren noch der Renner: Lukas/Lucas, Leon und Luca/Luka gaben bei den Jungen auf den Plätzen 1 bis 3 den Ton an, bei den Mädchen war es damals die Erstplatzierte Leonie. Ihr folgten mit etwas Abstand Lea/Leah, Lena und Laura.

Hier finden Sie die gesamte Liste der Top-50.

Werden Star-Wars-Namen zum Trend?

Die neue Generation: John Boyega als Finn und Daisy Ridley als Rey. Ltd. & TM
Die neue Generation: John Boyega als Finn und Daisy Ridley als Rey. Ltd. & TM Foto: David James/Lucasfilm
 

„Von Jahr zu Jahr verändert sich immer wenig“, sagt Bielefeld in Hamburg. Für ihn seien die Aufsteiger und Trends spannender, erläutert er. Und da blickt er derzeit besonders auf den neuen „Star-Wars“-Film.

„Ich bin gespannt, wie der Name Finn sich macht“, sagt Bielefeld. Der Name des neuen Helden, nämlich Finn, sei nun in aller Munde. „Ich bin sehr gespannt, ob das eher abschreckt oder mehr für den Namen wirbt“, sagt der Experte. Im aktuellen Ranking hat Finn - nebst Y-Variante Fynn - Platz fünf inne. Der alte „Star Wars“-Held Luke ist zwar noch nicht in den Top-Ten angekommen, aber laut Bielefeld ein Aufsteiger.

Er hegt auch für Kylo Sympathie. So heißt der neue Schurke in der siebten Episode der Sternenkriegersaga. „Der passt vom Klang her ins Modenamen-Schema, und “y„ ist bei jungen Eltern im Trend“, sagt Bielefeld. Aber ob der Bösewicht als Namenspate herhält?

Vornamen in Deutschland werden auch von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden erfasst. Bielefeld stützt sich vor allem auf Geburtskliniken sowie Angaben von zehn Standesämtern.

Shakira gibt Trend vor

Shakira mit ihrem Sohn Milan.
Shakira mit ihrem Sohn Milan. Foto: R. Maldonado Rozo
 

Vorbild für den Shooting-Star des Jahres bei den Jungs - Milan - könnten Latin-Pop-Queen Shakira und der spanische Fußballspieler Gerard Piqué gewesen sein. Sie nannten ihren Erstgeborenen 2013 so. „Seitdem ist es der am stärksten aufstrebende Name“, sagt Bielefeld. „Wenn ein Name in den Medien vorkommt, wird er immer bekannter. Gerade wenn wir etwas hören, was wir mögen, dann mögen wir es anschließend noch lieber - ein psychologischer Effekt“, erklärt er.

„Ob die Bedeutung eines Namens den Eltern bewusst oder wichtig ist, weiß ich nicht“, sagt Bielefeld. Bei den Mädchen hat es Mila erstmals auf Platz zehn geschafft. „Der geht so ab der Name“, sagt der Hobby-Namensforscher. „Mila ist ein slawischer Name, und milo bedeutet lieb oder angenehm.“ Außerdem klinge es so ähnlich wie Mia, die diesjährige Top-Platzierte, oder Lina (Platz 7).

Anjela als neue Variante von Angela

Angela Merkel als Namensvorbild?
Angela Merkel als Namensvorbild? Foto: Uwe Anspach
 

„Der Klang des Namens ist den Eltern wichtig“, sagt Bielefeld. Das hört er auch bei den anderen Vorwärtsdrängenden heraus: Elias und Emil, Ella und Tilda. Und Eleano, ein Neuling bei den Jungen, klingt für Bielefeld „einfach schön“. Außerdem tauchten Jasko und Teddy sowie bei den Mädchen Anjela als Variante von Angela, Floriana und Ximena erstmals auf.

 

Apropos Thronwechsel: Den gab es auch direkt wieder in Bayern, wo sich Maximilian seinen traditionsreichen Stammplatz an der Spitze von Vorjahressieger Lucas/Lukas zurückeroberte. Und auch Kurioses ist in diesem Jahr dabei. Wie bei der Neugeborenen, die sich zumindest vom Namen nach in der Grimmschen Märchenwelt wiederfinden dürfte: Gretchen Schneewittchen sei ihr amtlich eingetragener Name, sagt Bielefeld.

 

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erstellt am 30.Dez.2015 | 10:08 Uhr

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