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Panorama

28. März 2017 | 04:29 Uhr

Verschlüsselung der eigenen Daten : Cryptoparties gegen die NSA

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Auf Cryptopartys treffen sich weltweit Menschen, um Verschlüsselungstechniken zu lernen. Auch in Schleswig-Holstein gab es bereits solche Parties. Der Stenografen-Verein in Schleswig wird künftig Kurse anbieten.

Schleswig | Bevor er tausende geheime Dokumente an Journalisten übergab, setzte sich Edward Snowden auf eine andere Art gegen die NSA-Überwachung zur Wehr: Er veranstaltete eine Party. Eine Cryptoparty, genauer genommen. Dabei bringen sich die Besucher gegenseitig bei, wie sie ihre digitalen Informationen schützen können. Das Mittel dazu ist Verschlüsselung oder Kryptografie – daher der englische Name der Cryptopartys.

Snowdens Cryptoparty fand im Dezember 2012 auf Hawaii statt, berichtete später die IT-Sicherheitsexpertin Runa Sandvik, die dort gemeinsam mit Snowden sprach. „Snowden benutzte den Namen ’Cincinnatus‘, um die Veranstaltung zu organisieren“, schrieb Sandvik auf der Website des US-Magazins „Forbes“. Unter diesem Namen kontaktierte Snowden auch den Journalisten Glenn Greenwald.

Snowdens Cryptoparty war nicht die erste Veranstaltung dieser Art. Die Treffen gibt es weltweit, jeder kann sie organisieren. Doch die Snowden-Enthüllungen zu Überwachungs-Aktivitäten westlicher Geheimdienste haben der Bewegung einen Schub verschafft. Seitdem wollen immer mehr reguläre Internetnutzer wissen, wie sie ihre Daten mit Hilfe von Verschlüsselung schützen können. „Es gab natürlich einen riesengroßen Zuwachs direkt nach den Enthüllungen“, sagt Jan Girlich vom Chaos Computer Club (CCC) in Hamburg. Mittlerweile fanden in Deutschland Cryptopartys in Cafés, Hacker-Treffpunkten, Universitäten und sogar im Bundestag statt.

Auch in Schleswig-Holstein gibt es Menschen, die das Wissen um Verschlüsselungstechnologien voran bringen wollen. Nach einer Cryptoparty in Kiel im vergangenen Jahr, gibt es am 13. und 14. Juni auch eine Einführung in Schleswig beim Stenografenverein. „Wir wollen als Verein neue Wege gehen und bieten deshalb Internet-Kurse an. Dort spielt das Thema Sicherheit eine immer größere Rolle“, erklärt Vereinsvorsitzende Anke Timme. Der Berliner Verschlüsselungsexperte Hauke Laging wird eine Einführung in die Mail-Verschlüsselung geben. Vorkenntnisse sind dabei keine Voraussetzung.

Cryptopartys wollen die Privatsphäre schützen. Dazu werden häufig – wie auch Schleswig – Programme wie PGP zur Verschlüsselung von E-Mails und Software, die Chatnachrichten schützt vorgestellt. Oder Zusatzdienste für den Internetbrowser, die die Nachverfolgung durch Webseiten-Anbieter unterbinden. Die Software ist teilweise nicht ganz einfach zum Laufen zu bringen. „Am Anfang sind alle erstmal einen Tick überwältigt, weil sie feststellen, dass das nicht mit einem Mausklick erledigt ist“, berichtet Girlich. Dass die Umstellung lohnt, davon sind die Organisatoren trotzdem überzeugt.


Alle Infos zur Einführung in die Mail-Verschüsselung in Schleswig, 13. und 14. Juni, unter http://bit.ly/1ok8nCX und unter Tel. 04621 21232

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erstellt am 07.Jun.2014 | 17:06 Uhr

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