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Schädliche Ablagerungen : Bohrschlammgruben überwiegend frei von Altlasten

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In den meisten untersuchten Fällen gibt es in Schleswig-Holstein keine Ablagerungen. Aber in einigen Fällen hat sich der Verdacht erhärtet.

Kiel | Bei der Suche nach Altlasten aus früheren Bohrungen nach Erdöl in Schleswig-Holstein hat sich in acht von 42 untersuchten Flächen der Verdacht erhärtet. Dies geht aus Angaben des Umweltministeriums hervor. Weitere Untersuchungen sollen nun klären, ob von den Ablagerungen eine Gefahr für die Umwelt ausgeht, wie Minister Robert Habeck (Grüne) sagte. Für diese Untersuchungen sind die Kreise zuständig. Das Umweltministerium trägt 75 Prozent der Kosten.

Trinkwasser ist ein überlebenswichtiges Lebensmittel und eines der am besten kontrollierten. In Schleswig-Holstein bedroht Nitrat aus der Landwirtschaft das Grundwasser. Die Untersuchungen in den Kreisen sollen nun eine weitere Bedrohung ausschließen.

Das Ministerium hatte im August vergangenen Jahres einen Gutachter damit beauftragt, 82 Standorte mit bis dato ungeklärten Hinweisen auf Öl- und Bohrschlammablagerungen systematisch zu überprüfen. Für 42 Flächen in den Kreisen Segeberg und Plön liegen die Ergebnisse nunmehr vor. In Kürze sollen die Arbeiten in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Pinneberg abgeschlossen werden. Danach folgt laut Ministerium Schleswig-Flensburg.

„Dem Ziel, ein vollständiges Bild über die damaligen Hinterlassenschaften zu bekommen, sind wir mittlerweile ein gutes Stück näher“, sagte Habeck. „Die bisherigen Ergebnisse bestätigen die Einschätzung, dass die meisten Bohrschlammgruben unproblematisch sind“, sagte Habeck. Oft seien nur kleine Ablagerungen entdeckt worden. Zum Teil sei der Bohrschlamm nach Ende der Förderung auch wieder entfernt worden. An einigen Standorten habe es fachgerechte Sanierungen gegeben.

Die Arbeiten kommen nach Angaben des Ministeriums gut voran und liegen im Zeitplan. Im Zuge der Recherchen und durch Hinweise aus der Bevölkerung kämen auch neue Verdachtsflächen hinzu. Diese Standorte würden ebenfalls überprüft. Das Gutachten soll im kommenden Sommer abgeschlossen werden.

Obwohl einige Verdachtsflächen auch in Wasserschutzgebieten und Trinkwassereinzugsgebieten liegen, ist das Trinkwasser nach Darstellung des Ministeriums auch dort sicher. Wasser werde so intensiv wie kein anderes Lebensmittel untersucht, hatte Habeck im Juni vergangenen Jahres betont.

Insgesamt gibt es in Schleswig-Holstein etwa 10.000 Altlasten-Verdachtsfälle. Davon bilden Bohrschlamm-Fälle nur einen kleinen Teil. Bohrschlamm ist ein Gemisch aus dem erbohrten Material, das den durchbohrten Gesteinsschichten entspricht, und der sogenannten Bohrspülung. Diese ist meist ein Ton-Wasser-Gemisch, dem aus technischen Gründen verschiedene Zusätze zugesetzt werden.

Pauschale Aussagen zur Gefährdung sind laut Umweltministerium nicht möglich: Entscheidend sei, welches Material unter welchen Bedingungen abgelagert wird. Das geförderte natürliche Bohrgut sei in der Regel unproblematisch. Aber bei sogenannten ölfündigen Bohrungen können Rückstände auch das Potenzial haben, die Umwelt zu gefährden. So können Mineralöle oder bestimmte Kohlenwasserstoffe im Bohrschlamm enthalten sein.

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erstellt am 09.Mär.2017 | 06:43 Uhr

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