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Panorama

27. März 2017 | 02:43 Uhr

Bauerntag in Rendsburg : Bauernpräsident fordert Geschlossenheit

vom

Ohne Schulterschluss keine politischen Erfolge: Das machte Bauernverbandspräsident Werner Schwarz gestern auf dem Bauerntag in Rendsburg deutlich.

Es war eine klare Botschaft, die der Präsident des schleswig-holsteinischen Bauernverbandes, Werner Schwarz, gestern den Teilnehmern des Landesbauerntages in Rendsburg überbrachte. In seiner Rede forderte er die Landwirte zur Geschlossenheit auf, um ihre Ziele in der Politik durchsetzen zu können. "Es darf keinen dauerhaften Streit innerhalb der eigenen Reihen geben. Unterschiedliche Meinungen sind jederzeit willkommen. Aber am Ende muss ein Kompromiss stehen." Schwarz spielte damit auf Differenzen mit dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) an. Der BDM fordert eine Begrenzung der Milchmenge und hohe Strafen für Bauern, die mehr als die vorgegebene Menge Milch abliefern.
Damit wollen sie steigende Milchpreise erreichen. Angesichts der Globalisierung und der damit verbundenen offenen Märkte sieht Schwarz darin keine Lösung für die "schwierige und dramatische" Lage der Milchbauern. "Was nützt es, wenn wir den Milcherzeugern Sand in die Augen streuen? Einen solchen Weg gehen wir nicht mit", betonte Schwarz, der stattdessen langfristig angelegte Kreditprogramme als Überbrückungshilfe für Landwirte forderte.
"Wir sollten uns auf Kürzungen einstellen"
Auch Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) lehnte die Forderungen des BDM ab: "Ich halte nichts von Maßnahmen, die nur beruhigen, aber nicht helfen." An langfristigen Liquiditätshilfen wolle er aber arbeiten und weiterhin für die Landwirtschaft kämpfen: "Ich lasse die Milchbauern nicht allein." Carstensen forderte die Meiereiwirtschaft dazu auf, ihre Zusammenarbeit, die Produktentwicklung und Vermarktung zu verbessern. Dadurch könne die Nachfrage angeregt werden, was Voraussetzung für steigende Milchpreise sei. Gleichzeitig sprach er an, dass die Europäische Union sich nach 2013 von den Ausgleichszahlungen für Landwirte verabschieden werde. "Wir sollten uns auf Kürzungen einstellen."
Eine Prognose, auf die sich der Gastredner Joachim Rukwied aber keineswegs einstellen möchte. Der Präsident des Landesbauernverbandes Baden-Württemberg unterstrich: "Wir haben in Deutschland hohe Standards, die sich auf die Produktionskosten niederschlagen. Wir brauchen diese Zahlungen." Für ihn steht fest, dass die Märkte offener und der Schutz für Bauern und Betriebe abgebaut werden. Damit dies für die Landwirte sozialverträglich geschehe, brauche es einen starken Bauernverband.
Er forderte die Landwirte auf, den Wettbewerb auf dem globalen Markt als Chance zu begreifen, auch wenn "wir mitnichten goldenen Zeiten entgegen gehen". Um zu bestehen, müssten die deutschen Bauern innovativer, schneller und besser sein als die Mitbewerber in der Welt. Den Applaus, den Rukwied für seine Worte kassierte, bedeutet wohl vor allem eines: Die schleswig-holsteinischen Bauern nehmen die Herausforderung an.

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erstellt am 06.Sep.2009 | 03:48 Uhr

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