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Schleswig-Holstein

03. Dezember 2016 | 16:43 Uhr

Wetter in Schleswig-Holstein : Nebel hüllt SH ein: Wir erklären, wie die Schwaden entstehen

vom

Besonders im Süden des Landes war es nebelig: Bei geringer Sicht verunglückten am Morgen zahlreiche Autofahrer.

Er kommt ganz plötzlich von allen Seiten, hüllt einen ein und kann Autofahrern die Sicht rauben: Nebel war am Freitagmorgen an vielen Orten in Schleswig-Holstein zu sehen. Bei geringer Sichtweite und auf glatten Straßen hatte es in der Nacht und am Freitagmorgen zahlreiche Unfälle in Schleswig-Holstein gegeben, wie die Regionalleitstelle Nord in Harrislee mitteilte. Elf mal habe es zwischen Mitternacht und dem frühen Morgen im Land gekracht, sagte eine Polizei-Sprecherin. Unter anderem war ein Lastwagen von der Straße gerutscht und Fahrradfahrer verunglückt. Fünf Menschen seien dabei leicht verletzt worden. In Flensburg sowie im Umland musste die Feuerwehr insgesamt drei mal ausrücken. Schwer Verletzte habe es auch hier nicht gegeben, sagte ein Sprecher.

Dichter Nebel behindert am Freitagmorgen den Berufsverkehr auf der Autobahn 7, am Kreuz Bordesholm.

Dichter Nebel behindert am Freitagmorgen den Berufsverkehr auf der Autobahn 7, am Kreuz Bordesholm.

Foto: TV-Produktion Friederichs

Während Menschen in Ostholstein und Lauenburg in Richtung Hamburg kaum einen Meter weit gucken konnten, war es auf den Nordfriesischen Inseln eher weniger nebelig und auch sonnig, sagte Aline Voss, von Wetterwelt in Kiel. „Eine typische Novemberwetterlage ist das“, sagt die Meteorolgin.

„Nebel entsteht immer dann, wenn Temperaturunterschiede herrschen“, sagt die Meteorologin. Das sei der Fall, wenn zum Beispiel warme und feuchte Luft auf kalte trifft - wenn also Temperatur und Taupunkt gleich sind. „Der Wasserdampf in der Luft kondensiert also ab einer bestimmten Temperatur und wird zu Nebel“, sagt Voss. An den kleinen Teilchen in der Luft setzten sich dann die farblosen Wassertröpchen ab, die dann als weiße Schwaden sichtbar werden.

 

Bei der Entstehung von Nebel, spiele sich der gleiche Prozess ab, wie beim Duschen: Am kalten Spiegel setzt sich die warme Luft ab und es bildet Wassertröpfchen. Während der Boden heute Nacht vielerorts gefroren und daher eiskalt war, sei von Westen und Norden eine Warmfront über das Land gezogen, sagt die Fachfrau. Dazu sei es fast windstill gewesen. „Diese Kombination ist ideal für die Bildung von Nebel.“

In Flensburg hatte die Sonne am Freitagmorgen dafür gesorgt, dass der Nebel sich auflöste

In Flensburg hatte die Sonne am Freitagmorgen dafür gesorgt, dass der Nebel sich auflöste

Foto: Hencke
 

Während der Nebel an einem Ort heute früh als dicke Suppe über Wiesen waberte und unter Brücken hervorkroch, lag wenige Meter weiter nur ein leichter Schleier über der Straße. „Diese deutliche sichtbaren Unterschiede entstehen aufgrund der verschieden erwärmten Untergründe“, sagt Voss. Während Wiesen und Gewässer feuchter und kühler sind - sich hier dann leichter Nebel bildet - kann eine asphaltierter Weg trockener sein.

Im Süden Schleswig-Holsteins soll sich der Nebel im Laufe des Tages nur wenig lichten. Wie eine dichte Decke hänge er dort bis zum Abend über dem Land,berichten Meteorologen einstimmig. Rund um Flensburg klart es hingegen auf, auch die Sonne zeigt sich immer wieder. Bei sieben bis acht Grad soll es auch am Samstag vielerorts nebelig und trüb bleiben im Norden Deutschlands. Grund dafür seien unter anderen warme Luftmassen, die sich durchsetzen. Meist sonnig, aber auch kühler, soll es demnach am Sonntag werden.

Nebel oder plötzlich auftretende Nebelbänke können gefährlich werden. Vor allem auf Landstraßen sollten Autofahrer bei diesem Wetter extrem vorsichtig fahren. Besonders morgens schränken Nebelschwaden die Sicht ein, teilweise bis auf wenige Meter.Darauf sollten Sie jetzt achten:

Licht und Nebelscheinwerfer anschalten

Der Autoklub ADAC rät, in der nebligen Jahreszeit auch tagsüber grundsätzlich mit Abblendlicht zu fahren, denn Nebelbänke können plötzlich auftreten. Auf Fernlicht sollten Autofahrer bei Nebel verzichten, es verschlechtert die Sicht weiter. Hilfreich sind dagegen Nebelscheinwerfer, die das Licht flach über der Straße breit streuen. Sie werden am besten mit dem Standlicht kombiniert.

Um besser gesehen zu werden, darf dann die Nebelschlussleuchte eingeschaltet werden. Gemäß § 17 der deutschen Straßenverkehrsordnung (StVO) dürfen diese  in Deutschland nur benutzt werden, wenn die Sichtweite durch Nebel weniger als 50 Meter beträgt. Das ist in Deutschland der Abstand der Leitpfosten am Rand von Landstraßen und Autobahnen. Sie funktioniert nur in Verbindung mit dem Fahrlicht und muss wieder abgeschaltet werden, wenn sich die Sicht gebessert hat. Sonst blendet das grelle rote Licht nachfolgende Autofahrer.

Am Pfosten entlang

Vor Auffahrunfällen schützt genügend Abstand zum vorausfahrenden Auto. Faustregel: Mindestabstand gleich Geschwindigkeit - also 50 Meter Abstand bei Tempo 50. In dichtem Nebel sollten sich Autofahrer am rechten Fahrbahnrand und den Leitpfosten orientieren. So gerät man nicht zu weit auf die Gegenfahrbahn.

Überholmanöver auf zweispurigen Landstraßen sind im Nebel tabu. Gefährlich wird es auf Brücken: Dort gefriert Nebel schneller als auf anderen Straßenabschnitten. Wenn sich die Wassertröpfchen des Nebels als feuchter Film auf der Frontscheibe des Autos niederschlagen, verringert das die Sicht zusätzlich. Abhilfe: regelmäßig den Scheibenwischer einschalten.

Schwerstarbeit für die Augen

Fahrten im Nebel sind für die Augen anstrengend. Bei langen Touren sollen Autofahrer gelegentlich eine Pause einlegen. Dabei besonders vorsichtig auf den Parkplatz fahren, denn Fußgänger sind im Dunst erst spät und schlecht zu erkennen.

Volle Konzentration auf die Straße

Bei Nebelfahrten ist höchste Aufmerksamkeit geboten. Alles, was Sie am Steuer ablenken kann, wie zum Beispiel laute Musik, sollte bei der Fahrt abgestellt werden.

Radler und Fußgänger schlecht zu erkennen

Auch für Radfahrer sind Fahrten im Nebel gefährlich. Die teils schwachen Rücklichter werden von Autofahrern erst spät gesehen. Zusätzliche Reflektoren oder Blinklichter an der Kleidung schützen auch Fußgänger. Radler sollten ihre Geschwindigkeit ebenfalls der Sichtweite anpassen und entsprechend früher losfahren.

 

 

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erstellt am 25.Nov.2016 | 12:20 Uhr

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