zur Navigation springen

Schleswig-Holstein

09. Dezember 2016 | 14:36 Uhr

Kommentar : Nach Rücktritt von Ingbert Liebing: Das ist die letzte Chance

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Nord-CDU wechselt den Spitzenkandidaten aus. Der Geduldsfaden ist gerissen, kommentiert Peter Höver.

Kiel | Das war es also mit (und für) Ingbert Liebing. Er nimmt seinen Hut als Parteichef und Spitzenkandidat für die Landtagswahl im Mai nächsten Jahres. Widerwillig wird er das tun. Aber er geht gewiss auch in der Einsicht, dass seine Nord-Union mit ihm bisher auf verlorenem Posten gekämpft hat. Lange haben sie in der CDU-Führung dem oft hilflosen Auftritt ihres Chefs zugesehen. Mit den jüngsten und für die Christdemokraten in Schleswig-Holstein desaströsen Umfragedaten war der Geduldsfaden auch bei den mit Liebing noch Wohlmeinenden in der Führung gerissen.

Fleißig war der Kurzzeit-Vorsitzende ohne Frage. Er hat sich in den nur zwei Jahren Amtszeit abgerackert in der eigenen Partei. Nur ersetzt Fleiß nicht Charisma, Überzeugungskraft und klare Botschaften. Der Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten verzettelte sich stattdessen nur allzu oft im politischen Kleinklein.

Nun soll es also CDU-Fraktionschef Daniel Günther richten. Der Parteitag der Union Mitte November wird ihn als neue Nummer eins für die Landtagswahl installieren. Vorteil Günther: Er ist eines der wenigen wirklichen politischen Talente in der Union, ist kreativ und innovativ, kann überzeugen. Seit zwei Jahren ist er Oppositionsführer im Landtag. Und anders als Liebing auf seinem Parkett hat sich Günther binnen zwei Jahren profiliert und Respekt bei Freund und politischem Gegner verschafft. Sein Nachteil: In der Partei gibt es einige, die offene Rechnungen mit ihm haben.

Der Führungswechsel sechs Monate vor der Wahl ist für die Union ohne Frage eine Operation am offenen Herzen. Ob sie gelingt, wird auch davon abhängen, dass mit Günther an der Spitze Ruhe einkehrt in der CDU. Die Partei wird nun begreifen müssen, den Begriff  „Geschlossenheit“ neu und vor allem fehlerfrei zu buchstabieren.

Eine letzte Chance dazu bietet der Landesparteitag am 19. November. Der Konvent kann einen Aufbruch markieren. Die CDU wird diese Chance nutzen müssen. Verzettelt sie sich in Personaldebatten, dann darf die Union ganz sicher für fünf weitere Jahre Opposition im Landtag buchen. 

zur Startseite

von
erstellt am 28.Okt.2016 | 19:37 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen