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Schleswig-Holstein

30. September 2016 | 00:05 Uhr

Wildpark Eekholt : Nach Bleivergiftung: Seeadler wieder in Freiheit

vom
Aus der Onlineredaktion

Eine Bleivergiftung ist eigentlich ein sicheres Todesurteil. Doch ein vergifteter Seeadler wurde geheilt.

Heidmühlen | Tierschützer haben einen Seeadler nach überstandener Bleivergiftung am Donnerstag im Biosphärenreservat Schaalsee in Mecklenburg-Vorpommern wieder in die Freiheit fliegen lassen. Das 25 Jahre alte Tier war nach Angaben des Wildparks Eekholt im Kreis Segeberg und der Projektgruppe Seeadlerschutz Ende 2015 in einem Waldstück bei Cronskamp (Mecklenburg-Vorpommern) gefunden worden. Das kranke Tier wurde zunächst in den Zoo Schwerin und von dort aus nach Berlin gebracht, wo es eine Tierärztin bis Ende Januar behandelte.

Vor dem Abflug: Der Adler in einer Transportbox.

Vor dem Abflug: Der Adler in einer Transportbox.

Foto: dpa
Anfang des 20. Jahrhunderts hatte der Mensch den Seeadler fast vollständig ausgerottet. Heute genießt das deutsche Wappentier besonderen Artenschutz. Immer wieder verenden Seeadler aber, weil sie mit Tierkadavern auch Blei fressen, das immer noch bei der Jagd verwendet wird. Die häufigste bekannte Todesursache ist der Zusammenstoß mit Windrädern, zeigt eine Auflistung der Projektgruppe Seeadlerschutz.
Noch ahnt der Adler nicht, dass er sich bald in Freiheit befindet.

Noch ahnt der Adler nicht, dass er sich bald in Freiheit befindet.

Foto: dpa
 

Die vergangenen Wochen hat der Seeadler im Wildpark Eekholt verbracht. In einer Trainingsvoliere konnte sich das Tier dort von der schweren Bleivergiftung erholen und gezieltes Flugtraining absolvieren. Der Adler stammt ursprünglich aus Schleswig-Holstein. Das Jungtier war 1991 in einem Horst bei Plön beringt worden.

Der Schnabel des Tiers wird gemessen.

Der Schnabel des Tiers wird gemessen.

Foto: dpa
 

Bleihaltige Munitionsreste gelten bei Seeadlern als Todesursache Nummer eins. Hierzulande leben nach Angaben der Projektgruppe Seeadlerschutz etwa 750 Paare. Allein in Schleswig-Holstein haben im vergangenen Jahr mehr als 80 Paare gebrütet. Der Bestand der Tiere hat sich seit den 1990er Jahren gut entwickelt. Zuvor hatte das inzwischen verbotene Pflanzenschutzmittel DDT die Bestände dezimiert.

Bei Roggendorf (Mecklenburg-Vorpommern) entlassen Elvira von Schenck vom Wildpark Eekholt und Thomas Neumann (l) von der Umweltorganisation WWF  den Seeadler von einem kleinen Hügel zurück in die Freiheit.

Bei Roggendorf (Mecklenburg-Vorpommern) entlassen Elvira von Schenck vom Wildpark Eekholt und Thomas Neumann (l) von der Umweltorganisation WWF  den Seeadler von einem kleinen Hügel zurück in die Freiheit.

Foto: dpa

 

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erstellt am 25.Feb.2016 | 13:55 Uhr

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