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02. Juli 2016 | 04:10 Uhr

Empfang im Plöner Schloss : Die Exzellenz des Journalismus

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Festakt für den Nachwuchs: Absolventen des Master-Studiengangs „Journalismus und Medienwirtschaft“ starten ins Berufsleben. shz.de mit einem Video.

Plön | Eine Botschaft gibt es gleich zu Beginn. „Wenn man etwas totschweigt, dann schweige nicht“, singt der Liedermacher Jens-Peter Müller im Rittersaal des Plöner Schlosses und schaut dabei direkt in die Augen einiger der 21 Volontäre, die gestern ihren Masterabschluss im Fach „Journalismus und Medienwirtschaft“ feiern konnten. Drei Jahre lang haben sie in verschiedenen Redaktionen unserer Zeitungen und an der Fachhochschule (FH) Kiel ihren Beruf von der Pike auf gelernt – und dabei viel geleistet. „Das ist schon ein besonderer Tag“, sagt Frederic-Martin Wanders, der sich ab diesem Tage nun nur noch Ex-Volontär nennen darf.

Er bekommt wie die anderen Nachwuchsjournalisten in einem Festakt sein Zeugnis überreicht – und eine Veranstaltung, in der die Pressefreiheit gerühmt wird, dazu. Dafür sorgt nicht zuletzt der Gastredner Ralf Stegner. Der Partei- und Fraktionsvorsitzende der SPD im Norden wirkt gelöst, als er in seinem Vortrag auf das Spannungsfeld von Medien und Journalismus eingeht. „Es gehört zu den Stärken unserer Demokratie, Pressefreiheit zu verteidigen“, sagt Stegner. Politiker dürften angesichts von meinungsstarken Kommentaren nicht „mimosenhaft“ sein. Stegner betont, wie wichtig profunder Journalismus gerade in Zeiten von Blogs und sozialen Medien sei, wo jeder im Internet auch sein eigener Journalist sein könnte. Zwar sei die klassische Medienlandschaft dadurch bedroht, aber: „In all dem Unsinn und Quark, der im Internet verbreitet wird, haben die Medien eine Ordnungsfunktion“, so Stegner, der dafür Applaus bekommt.

Unter den Klatschenden ist auch der Sprecher der Chefredakteure des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages, Stephan Richter, der in seinem Grußwort deutlich macht, wo er die Perspektiven für modernen Journalismus sieht. „Es geht nicht darum, ob zukünftig Print oder Online die Nase vorn hat, es geht um die Inhalte. Gute Inhalte werden sich immer durchsetzen.“ Dabei sei es entscheidend, gut ausgebildetes Personal zu haben. „Wir haben die Absolventen bekommen, die wir uns erhofft haben“, so Richter weiter. „Das ist Exzellenz, die wir hier aufbauen.“ Der Chefredakteur verwies auf das aktuelle Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung, bei dem der Fachbereich Medien der FH Kiel bundesweit auf Platz 1 landete. „Das hätten wir uns beim Start dieses Ausbildungsprogramms nicht träumen lassen“, sagte Richter.

Alle 21 Absolventen haben eine stramme Ausbildung hinter sich. In der Regel haben sie voll in den Redaktionen gearbeitet, geschrieben und fotografiert – und daneben noch studiert. „Da kommt oft eine Wochenarbeitszeit von 60 Stunden zusammen“, sagt Professor Dr. Bernd Vesper von der FH Kiel. „Daran kann man schon sehen, dass Sie belastbar sind“, sagt er den Nachwuchsjournalisten, die alle ein Angebot zur Weiterbeschäftigung erhalten, die meisten haben es angenommen. „Dazu gehört natürlich auch meine Forderung, dass gute Arbeit auch gute Bezahlung verlangt“, sagt Ralf Stegner dazu.

Den Volontären selbst ist an diesem Tag auch die Erleichterung anzumerken, dass sie ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben. „Gerade die Zeit der Masterarbeit war anstrengend wie ein Marathon“, sagt Christina Norden.

Sie will jetzt vor allem feiern und hört den Songs von Liedermacher Jens-Peter Müller zu, der die Volontäre auch zum Berichten über unbequeme Wahrheiten ermutigt. „Es gibt viele Themen am Rand der Gesellschaft, die kann man nicht googeln, da muss man sich hinbewegen.“ Und sagt dann den jungen Journalisten das, was die meisten der geladenen Gäste an diesem Tag denken und auch formulieren: „Sie können stolz auf sich sein.“

Der Glanz kam auch im einmaligen Ambiente der Absolventenfeier zum Ausdruck. Der Dank galt der großzügigen Gastfreundschaft von Prof. Günther Fielmann.

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erstellt am 30.Aug.2014 | 13:34 Uhr

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