zur Navigation springen

Meldungen

29. Juni 2016 | 23:53 Uhr

Tierschutz : Baumarkt und Zoohandlungen: Die Handelsware Tier

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Hamster aus der Zoohandlung, der Goldfisch aus dem Baumarkt – Tierschutzorganisationen prangern das Geschäft mit den Heimtieren an.

Hundewelpen im Schaufenster und auf dem Ladentisch? In den USA zum Beispiel nichts Ungewöhnliches. In Deutschland dagegen verzichtet der Zoohandel – mit der viel diskutierten Ausnahme eines Geschäftes in Duisburg, das 2008 Katzen- und 2012 Hundewelpen in sein Sortiment aufgenommen hat – per freiwilliger Selbstverpflichtung auf das Geschäft mit Hunden.

Andere Heimtiere vom Hamster bis zum Ziervogel dagegen werden nach wie vor ver- und gekauft, und das nicht nur im Fachhandel. Durch eine aktuelle Untersuchung des Deutschen Tierschutzbundes sind Bau- und Heimwerkermärkte als Handelsplattform ins Fadenkreuz der Kritik geraten.

Hier mangele es oft an den für die jeweiligen Tierart geeigneten Haltungsbedingungen, so die Initiatoren der Studie in ihrem Abschlussbericht. „Auch wenn die Tierhaltungsanlagen der Baumarktketten in den meisten Fällen den Vorgaben der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz entsprachen, gab es keinen Baumarkt, der mängelfrei war“, wird in einem Beitrag in der Zeitschrift „du und das tier“ (Ausgabe 3/2014) Bilanz gezogen.

Basis der Erkenntnisse ist den Angaben zufolge eine viermonatige bundesweite Vor-Ort-Recherche bei verschiedenen Anbietern. Neben Fischen seien dabei auch Reptilien, Amphibien und kleine Heimtiere wie Hamster, Kaninchen, Mäuse und Ratten vorgefunden worden.

Beispiele für die von den Rechercheuren aufgelisteten Mängel sind unzureichende Beschilderungen, die teilweise nur die Namen der Tierart nennen, ohne weitere Informationen oder gar Haltungsempfehlungen. Vor allem bei Fischen, Amphibien oder Reptilien fehlten Hinweise, ob es sich um Exemplare aus Nachzuchten oder Wildfängen handelte. Das sei deshalb besonders problematisch, weil Deutschland EU-weit der größte Importeur und Absatzmarkt für lebende Wildtiere sei. Bemängelt wird außerdem die Fachkenntnis des Baumarktpersonals. Fazit: Lebende Tiere hätten als Handelsware in Baumärkten nichts zu suchen, „weil deren fachliche Ausrichtung woanders liegt“.

Weiter als der Deutsche Tierschutzbund mit dieser Forderung geht seit Langem die Tierrechtsorganisation Peta: Sie spricht sich generell gegen den Tierhandel aus – auch in Fachgeschäften. „Lebende Tiere gehören nicht in den Zoohandel", so die kategorische Peta-Haltung. Der Bund gegen Missbrauch der Tiere (bmt) macht zudem auf die zunehmenden Handelsaktivitäten im Internet aufmerksam, die auch Tiere einbeziehen. Dem „ethischen Stellenwert, den ein Tier nach den Vorgaben des Tierschutzgesetzes einnehmen sollte“, werde dies nicht gerecht. Unisono verweisen die Tierschutzverbände auf die Tatsache, dass Tierheime deutschlandweit aus allen Nähten platzen. Wer sich ein Haustier anschaffen möchte, sollte sich, statt sich an kommerzielle Händler zu wenden, lieber für eines aus „zweiter Hand“ entscheiden.

zur Startseite

von
erstellt am 21.Sep.2014 | 12:48 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen