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Landtagswahl in SH : Wahlbörse sieht die Küstenkoalition vorn – aber weniger deutlich als in Umfrage

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Wer gewinnt die Wahl in SH? Das Tippspiel läuft seit knapp zwei Wochen. Zeit für ein Zwischenfazit.

Kiel | In weniger als zwei Monaten wählt Schleswig-Holstein einen neuen Landtag. Der Wahlkampf ist in vollem Gange. Doch wer wird am Ende Ministerpräsident? Seit knapp zwei Wochen läuft die sh:z-Wahlbörse, bei der Nutzer das Endergebnis tippen können. Mathematik-Professor Walter Mohr beobachtet den Handel mit den Parteiaktien und erläutert den Zwischenstand: „Bis vor Kurzem sahen die Umfragen die CDU vorn, die Wahlbörse registriert einen Umschwung. Die SPD liegt nun wieder mit 1,5 Prozentpunkten vor der CDU.“

Was ist eine Wahlbörse?

Bei der Wahlbörse wird mit virtuellen Partei-Aktien gehandelt. Das Planspiel ist ein relativ präzises Prognoseinstrument, um den Ausgang einer Wahl vorherzusagen. Die Wahlbörse für Schleswig-Holstein hat schon fast 140 Mitspieler angezogen. Schon etwa 100 Teilnehmer können sehr gute Ergebnisse erzielen, die denen von Umfragen ebenbürtig sind.

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Die am Donnerstag veröffentlichte Umfrage von Infratest dimap bestätigt die Richtung. Sie zeigt sogar einen Vorsprung von 6 Prozentpunkten für die SPD. Das hält der Wahlbörsen-Leiter Mohr für sehr hoch: „Derartig starke Veränderungen sind sehr selten. Zu einem großen Teil ist sicher der Schulz-Effekt dafür verantwortlich, der momentan der SPD bei Landtags- und Bundestagsprognosen deutliche Zuwächse verschafft.“

Ähnlich ist die Entwicklung für die regierende Küstenkoalition. In einer Umfrage vom Dezember lag sie mit 5 Prozentpunkten hinten, während sie in der Wahlbörse vor einigen Tagen knapp in Führung ging und diese in der aktuellen Infratest-Umfrage auf 7 Prozentpunkte ausbaute. Mohr bleibt allerdings noch kritisch: „Es bleibt abzuwarten, ob diese Entwicklung in den nächsten sieben Wochen bis zur Wahl nachhaltig ist.“

Wie sind die Unterschiede zwischen Wahlbörse und Umfrage zu erklären?

„Der Unterschied liegt in der Methode“, sagt Walter Mohr. „Die Umfrage gibt ein punktuelles, auf die aktuelle Sonntagsfrage bezogenes Bild. Die Wahlbörse hingegen ist auf das Endergebnis ausgerichtet, liefert jede Stunde kontinuierlich neue Prognosen und kann somit unmittelbar auf politische Tagesereignisse reagieren.“

Wie sehen die Prognosen für die einzelnen Parteien aus?

 

Zurzeit liegt die SPD mit 31,4% (letzte Umfrage: 33%) vor der CDU mit 28,0% (27%). Damit verbessert sich die SPD im Vergleich zur Vorwahl 2012, während sich die CDU verschlechtert.

Die hiesigen Grünen können sich teilweise dem negativen Bundestrend entziehen. An der Wahlbörse werden sie mit 12,6% (14%) gehandelt. Dieser Wert fällt etwas schlechter als bei der vorigen Wahl aus. Das Umfrageergebnis ist sogar besser.

Die FDP hat sich auf 9,6% (9%) gesteigert.

Den größten Sprung macht allerdings die AfD und erreicht aus dem Stand bei beiden Methoden 7,0%.

Gleichauf an der Wahlbörse stehen der SSW 3,7% (3%) und die Linke 3,7% (4%). „Während der SSW aufgrund seines Sonderstatus von der 5 %-Hürde befreit ist und in den Landtag einziehen wird, wird es die Linke schwer haben“, schätzt Mohr.

Die Piraten erreichen zusammen mit allen anderen kleinen Partien 4,0% (3%). Eine spezielle Schätzung von Mohrs Institut Prognosys taxiert sie derzeit bei gut 1%.

Mit diesen Einzelwerten hätte die Küstenkoalition zurzeit in der Wahlbörse einen Vorsprung von 3,1%.

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erstellt am 17.Mär.2017 | 16:39 Uhr

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