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Schleswig-Holstein

10. Dezember 2016 | 13:49 Uhr

Peter Grisebach : Landestheater verlegt Schauspiel und Verwaltung nach Rendsburg

vom

Tschüss Schleswig, hallo Rendsburg: Neben dem Theater sollen auch Probebühnen und der Kostümfundus ein neues Zuhause finden.

Rendsburg | Bis Ende Mai zieht das Schleswig-Holsteinische Landestheater mit dem kompletten Schauspiel und der Intendanz von Schleswig nach Rendsburg. Generalintendant Peter Grisebach führte nach der Vorstellung des Programms der neuen Spielzeit am Donnerstag durch die 1400 Quadratmeter großen neuen Räume neben dem Rendsburger Theater. „Hier können wir das gesamte Schauspiel konzentrieren, ohne unser Angebot einzuschränken.“

Die Frage nach der Zukunft des Theaters bleibt trotz der Verlegung. Die Kreise Dithmarschen und Schleswig-Flensburg hatten zuletzt den Gesellschaftsvertrag gekündigt und damit die finanziellen Schwierigkeiten des Theaters verschärft. Würde das Theater wegfallen, würde das wohl auch einen tiefen Einschnitt in die kulturelle Vielfalt Schleswig-Holsteins bedeuten.

Mit dem Umzug fielen die Reibungsverluste „durch die 35 Kilometer zwischen Rendsburg und Schleswig“ weg, sagte Grisebach. Sieben Stellen würden bis zum Ende der kommenden Spielzeit zudem nicht neu besetzt und somit eingespart. Insgesamt arbeiteten allein am Standort Rendsburg mehr als 100 Menschen.

Das Traditionstheater mit zwölf Spielstätten war nach der Schließung des Schleswiger Theaters vor fünf Jahren in Schwierigkeiten geraten. Aktuell, so Grisebach, stehe das Theater jedoch besser da als von einer Unternehmensberatung errechnet. Rund 2000 Besucher mehr hätten das Theater im vergangenen Jahr besucht. Insgesamt waren es mehr als 130.000. Er wolle das Jahr mit einer schwarzen Null abschließen.

Mit dem neuen Spielplan bietet das Landestheater für die Saison 2016/17 in den Sparten Musiktheater, Ballett, Konzert, Schauspiel und Jugendtheater ein üppiges Programm. So feiert mit Bernsteins „West Side Story“ das für Grisebach „epochale Musical des 20. Jahrhunderts“ in Flensburg Premiere. Klassische Opern und Theaterstücke wie „Carmen“ oder Shakespeares „Othello“ stehen auf dem Spielplan, aber auch moderne Aufführungen wie die Broadway-Komödie „Eine Familie“ von Tracy Letts in Rendsburg. Viele der mehr als 20 verschiedenen Stücke hätten einen gesellschaftlichen Bezug, sagte Schauspieldirektor Wolfram Apprich - etwa „Othello“, in dem es um den Umgang mit dem Fremden gehe.

Im Ballett will das Landestheater unter anderem Tolstois „Anna Karenina“ auf die Bühne bringen, Alban Bergs Oper „Lulu“ soll in einer erweiterten Fassung gezeigt werden. Auch in Schleswig werde auf der Ausweichspielstätte Slesvighus kommende Saison gespielt - unter anderem „Hexenjagd“ von Arthur Miller.

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erstellt am 28.Apr.2016 | 18:29 Uhr

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