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Schleswig-Holstein

11. Dezember 2016 | 07:15 Uhr

Masttierhaltung in SH : Landeslabor: Landwirte verfüttern weniger Antibiotika

vom

Der Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung geht zurück und liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Neumünster | Schleswig-Holsteins Masttierhalter verwenden weniger Antibiotika als in früheren Jahren. „Der Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung in Schleswig-Holstein wird kontinuierlich reduziert“, sagte Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Montag in Neumünster bei der Vorstellung des Jahresberichts 2015 des Landeslabors. „Damit stehen wir im bundesweiten Vergleich sehr gut da.“

Verbraucher nehmen das an Nutztiere verfütterte Antibiotika mit auf, wenn sie Fleisch essen. Dadurch können sich multiresistente Keime verbreiten. Der prophylaktische Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft ist deshalb seit 2006 in Deutschland und der EU verboten. In den vergangenen Jahren wurde auch das Antibiotika-Monitoring verbessert, was auch zu weniger Einsatz des Stoffes in der Landwirtschaft führen soll.

Der Anteil der Masttierbestände in Schleswig-Holstein mit einem hohen Antibiotikaeinsatz lag im ersten Halbjahr 2016 bei 16 Prozent. Im zweiten Halbjahr 2014 waren es noch 24 Prozent gewesen. Im Bundesdurchschnitt liegt der Anteil von Masttierbeständen mit hohem Antibiotikaeinsatz bei 25 Prozent.

Das Inkrafttreten der 16. Novelle des Arzneimittelgesetzes und die Einführung der staatlichen Antibiotikadatenbank vor gut zwei Jahren seien wichtige Schritte gewesen, um den Antibiotikaeinsatz bei Masttieren zu verringern, betonte das Landwirtschaftsministerium. Mit der Überwachung und Anwendung der Antibiotikadatenbank habe das Landeslabor Schleswig-Holstein eine weitere wichtige Aufgabe übernommen, um den sorgsamen Umgang mit Antibiotika zu verbessern.

Im Bereich Lebensmittelsicherheit stellte das Landeslabor vor allem bei den seit Dezember 2014 verschärften Kennzeichnungspflichten Mängel fest. So seien Allergene im Zutatenverzeichnis nicht aufgelistet worden - beim Bier betreffe dies zum Beispiel Gerstenmalz als Zutat. Bei 14 von 58 Proben habe diese Angabe gefehlt. Auch die Angabe zum Herstellungsort sei verpflichtend. „Hier wurde durch unklare oder nicht eindeutige Angabe zur Herkunft des Bieres eine mögliche Irreführung des Verbrauchers festgestellt“, kritisierte das Ministerium. Im Jahr 2015 nahm das Landeslabor insgesamt 10.511 Lebensmittelproben.

Das Ministerium betonte die Bedeutung des Landeslabors für den Verbraucher- und Umweltschutz. Im August 2015 wurde ein neuer Laborkomplex bezogen. Im vergangenen Jahr gab es einen Investitionszuschuss von 1,8 Millionen Euro, 20016/17 kommen weitere 1,5 Millionen Euro hinzu - unter anderem für moderne Technologien, mit denen geringste Rückstände von Pflanzenschutzmitteln oder Arzneimitteln diagnostiziert werden können. Das Landeslabor hat rund 200 Beschäftigte.

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erstellt am 24.Okt.2016 | 14:17 Uhr

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