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Schleswig-Holstein

11. Dezember 2016 | 09:11 Uhr

AfD im Aufwind : Landeschef Jörg Nobis: „Wir leisten einen großen Dienst für die Demokratie“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

AfD-Landeschef Jörg Nobis ist erfreut über den derzeitigen Erfolg seiner Partei. In SH erhofft er sich ein zweistelliges Ergebnis.

Herr Nobis, wie geht es Ihnen einen Tag nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern und dem guten Abschneiden Ihrer Partei – noch euphorisiert?
Ich sage mal so: Das war ein tolles Ergebnis und darüber freue ich mich auch heute noch.

Wie erklären Sie sich das gute Abschneiden der AfD?

Na klar haben wir die Rolle der Protestpartei – und die nehmen wir auch an. Aber es zeigt sich, dass wir in allen Wählerschichten punkten können. Uns wählen auch sozial Benachteiligte, die sonst vielleicht eher der Linken oder der SPD zuneigen. Man hat es gesehen: Zwar hat die SPD die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern gewonnen, aber sie hat auch Federn lassen müssen.

Warum wählen Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten die AfD?
Wir sind nicht nur eine Partei mit einem Programmpunkt, sondern haben für alle etwas anzubieten, was die anderen Parteien offenbar nicht so haben. Deshalb gewinnen wir so stark aus dem Lager der Nichtwähler. Früher haben die etablierten Parteien gehofft, dass die Wahlbeteiligung möglichst hoch ist, damit die AfD klein bleibt. Mittlerweile ist es umgekehrt: Wir sorgen für eine stärkere Wahlbeteiligung und leisten so einen großen Dienst für die Demokratie. Und wir poltern nicht nur, wir haben auch Lösungen.

Was wollen Sie denn ändern?

Wir brauchen eine Willkommenskultur für Neugeborene und wollen deshalb Familien steuerlich entlasten. Es werden zu viele öffentliche Gelder für Flüchtlinge ausgegeben. Und das wird Jahre andauern. Aber aus unserer Sicht sollen zunächst die von den sprudelnden Steuereinnahmen etwas haben, die sie auch einzahlen.

Und mit diesen Forderungen wollen Sie auch im Mai 2017 in den schleswig-holsteinischen Landtag einziehen?

Unter anderem ja. Es gibt für mich keinen Zweifel, dass wir in den Landtag kommen, und wir peilen ein gutes zweistelliges Ergebnis an.

Und Sie werden Spitzenkandidat?
Unser Parteitag, auf dem die Kandidatenliste aufgestellt wird, ist im Oktober – bis dahin werde ich mich festlegen.

Die AfD ist in Schleswig-Holstein bislang durch viele innerparteiliche Grabenkämpfe aufgefallen – wie würden Sie den Zustand der Partei beschreiben?

Es gibt bei uns einige Glücksritter, die mit diffusen Äußerungen Stimmungen erzeugen und Macht gewinnen wollen. Doch das ist eine kleine Gruppe, die in der Partei keinen Fuß mehr an den Boden bekommt. Der Landesvorstand steht geschlossen zusammen und arbeitet harmonisch miteinander.

Auch wenn Sie gute Wahlergebnisse erzielen – keine Partei will mit Ihnen zusammenarbeiten. Sind Sie zur Opposition verdammt?

In Mecklenburg-Vorpommern ist das wohl im Moment so, und ich glaube auch nicht, dass es in Schleswig-Holstein anders sein wird. Aber ich denke, dass sich gerade in der CDU etwas ändert, weil einige Mitglieder sehen, dass wir Denkzettel-Stimmen wegen Angela Merkels Politik bekommen. Und deshalb halte ich irgendwann Koalitionen für möglich – oder wir müssen eben mehr als 50 Prozent der Stimmen holen.

Und bis dahin?

Machen wir harte, solide Oppositionspolitik – und werden die Regierungen in Schleswig-Holstein wie in Mecklenburg-Vorpommern mit Anfragen piesacken.
 

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erstellt am 06.Sep.2016 | 14:05 Uhr

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