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Kultur

10. Dezember 2016 | 23:34 Uhr

Jahresprogramm 2016 : Wikinger-Museum Haithabu: Das wird im Jahr vor der Zwangspause geboten

vom

Das Programm für 2016 steht: Was Sie nicht verpassen dürfen und warum das Museum 2017 eine Zwangspause einlegen wird.

Schleswig | Bevor im Wikingermuseum im kommenden Herbst die Handwerker anrücken, geht man in der alten Wikinger-Hochburg Haithabu am Haddebyer Noor nahe Schleswig noch einmal in die Vollen. Für 2016 verspricht Museumsleisterin Ute Drews ein „Veranstaltungsprogramm der Superlative“. 110 Veranstaltungen weist das neue Programmheft des Museums für diese Saison aus, das am Donnerstag offiziell vorgestellt wurde. „So viele wie noch nie“, wie Drews betonte. „Bis zum Herbst können unsere Besucher die komplette Ausstellung sehen. Aber auch für die Saison 2017, wenn das Museum zu ist, werden wir ihnen einiges bieten.“

Das Wikinger-Museum wird immer mehr zum Besuchermagneten und lockt Touristen in die Schleswiger Region. Im vergangenen Jahr wurden 139.269 Gäste gezählt. Das könnte in diesem Jahr wegen der anstehenden Renovierung noch getoppt werden. 

Geschichte, Abenteuer und Kultur: Das Programm für 2016

Anvisiert: Bogenschießen wie im Mittelalter.
Anvisiert: Bogenschießen wie im Mittelalter. /Symbolbild

Die erste Veranstaltung im Jahr 2016 ist ganz klassisch eine Sonntagsführung. Ute Drews führt ab 11 Uhr zum Thema „Handwerk in Haithabu“ durch das Museum.

Der erste Höhepunkt im Jahresprogramm steht unmittelbar bevor: Mit dem Frühlingsmarkt an Ostern (25. bis 28. März) startet auch das Wikingerleben draußen. Zu dem Markt mit mehr als 200 Ausstellern werden auch slawische Händler erwartet, deren Vorgänger schon vor 1000 Jahren nach Haithabu gekommen waren.

Der Osterferienspaß im Museum und Wikingerdorf soll ein Abenteuer für Kinder werden. Am 30. März geht es zum Beispiel mit „Heringsfassrollen und Walkürenrennen“ auf eine spielerische Zeitreise in die Welt der Wikingerkinder, am 6. April kann „Mit Pfeil und Bogen“ Bogenschießen geübt werden und am 7. April können Kinder ab sechs Jahren die älteste Textiltechnik der Welt, das Filzen, ausprobieren.

Wer es in den Osterferien nicht schafft, kann auch danach noch sein Glück mit Pfeil und Bogen versuchen. Zum Beispiel am 31. April und 1. Mai, vom 14. bis zum 16. Mai oder am 6. und 7. August.

Weitere Angebote zum Mitmachen wiederholen sich die ganze Saison über. Zum Beispiel können Besucher ein Thorshammer-Amulett aus Zinn gießen oder das Fladenbrotbacken am offenen Herdfeuer ausprobieren.

Außerdem locken Geschichtenerzähler nach Haithabu, die ihren großen und kleinen Zuhörern von der Mythologie der Wikinger berichten. Oder Workshops zum mittelalterlichen Handwerk und Textiltechnik oder zu Wildkräutern.

An fast jedem Wochenende bietet das Museum Vorführungen zum Leben und Arbeiten in der Wikingerzeit. Besucher können etwa beim Herstellen von Glasperlen, beim Färben von Wolle oder beim Goldschmieden live dabei sein. Auch archäologisch-botanische Wanderungen oder Fahrten über das Haddebyer Noor werden angeboten.

Hier finden Sie das komplette Programm des Wikinger Museums für das Jahr 2016.

Wie es ab Herbst weitergehen soll

Zwischen den Wikingerhäusern treffen die Besucher auf Dutzende Händler mit ihren mittelalterlichen Waren.
Zwischen den Wikingerhäusern und in der großen Zeltstadt auf der benachbarte Wiese treffen die Besucher auf Dutzende Händler mit ihren mittelalterlichen Waren. Foto: kra (4)

Am 9. Oktober wird das Museum geschlossen, um die Renovierungsarbeiten vorzubereiten. Bis 28. Oktober läuft das Programm dann in den Wikingerhäusern weiter. Diese werden dann auch in der Saison 2017 durchgehend geöffnet sein. „Zudem werden wir weitere Anreize schaffen, um auch dann den Besuchern einiges bieten zu können. Da haben wir viele spannende Ideen“, sagt Drews.

Die Wikingerhäuser können 2017 weiter besichtigt werden und einige Exponate sollen in Containern ausgestellt werden. „Eine Containerausstellung kann man durchaus ästhetisch gestalten“, versicherte Guido Wendt, Kaufmännischer Geschäftsführer der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, bereits im Dezember.

Außerdem ist eine „wissenschaftliche Schau-Ausgrabung“ auf dem Freigelände geplant. Und zwar „in einem besonders spannenden Areal, im Bereich des Gräberfeldes“, wie Professor Claus von Carnap-Bornheim, Leitender Direktor der Landesmuseen, ankündigte.

Das königliche Schiff aus dem Hafen von Haithabu können die Besucher 2017 nicht sehen, wenn nach der diesjährigen Saison die umfangreichen Sanierungsarbeiten starten. Es war einmal das schnellste Schiff auf der Ostsee.

Wo der Pilz wütet und wo nicht

Die Balkenkonstruktion des Wikinger-Museums ist von einem Pilz befallen. Dabei war auch die Bootshalle erst im Jahr 2010 umgestaltet worden.
Die Balkenkonstruktion des Wikinger-Museums ist von einem Pilz befallen. Dabei war auch die Bootshalle erst im Jahr 2010 umgestaltet worden. Foto: Eisenkrätzer/grafikfoto.de

Der Pilz frisst sich durch die Balkenkonstruktion des Museumsgebäudes und wesentliche tragende Teile müssen ausgetauscht werden. Daher bleibt das Museumsgebäude 2017 geschlossen. Das ist besonders ärgerlich, da das Museum erst 2010 umgebaut wurde und bereits für ein halbes Jahr geschlossen blieb. Die Landesregierung hat für die erneute Renovierung bis 2018 knapp 3,5 Millionen Euro eingeplant.

Die Wikingerhäuser, die zum Museum gehören, sind nicht betroffen. Sie wurden nach Originalfunden rekonstruiert. Hier kann die Lebenswelt der Wikinger wie vor tausend Jahren erlebt werden.

Das Museum zeigt in seiner Dauerausstellung seit 2010 spektakuläre archäologische Funde und gehört mittlerweile zu den wichtigsten archäologischen Museen in Deutschland. Dort, wo sich heute das Museum mit dem rekonstruierte Wikingerdorf befindet, lag früher die Wikingerstadt Haithabu. Haithabu war in der Wikingerzeit vom 9. bis zum 11. Jahrhundert eines der bedeutendsten Handelszentren Europas.

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erstellt am 10.Mär.2016 | 15:55 Uhr

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