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Kultur

05. Dezember 2016 | 01:38 Uhr

Filmfestival in Eckernförde : Green Screen: Das Wunder der Natur

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Für das Festival Green Screen ziehen die Eckernförder an einem Strang. Der Naturfilm hatte am Wochenende seinen großen Abend.

Eckernförde | Großes Finale für das 8. Internationale Naturfilmfestival Green Screen. Im Kuhhaus auf Gut Altenhof bei Eckernförde entluden sich Sonnabendabend bei der Preisverleihung Vorfreude, Anspannung und Emotionen. 17 Festivalsiegerfilme wurden vor großer Kulisse ausgezeichnet. Die fünfköpfige Preisjury unter der Leitung von Filmemacher Ralf Blasius hatte die nominierten Streifen zuvor einem letzten, harten Check unterzogen. Die Qualität der eingereichten Filme sei enorm hoch gewesen, lobte Blasius das Niveau. Besonders die Meeresfilme und die Filme der neuen Preiskategorie „Bestes Tierverhalten“ hätten ihn begeistert. Auffällig sei zudem das sehr hohe Niveau der deutschen Produktionen.

Die Filmemacher seien so gefesselt von den Eindrücken beim zuschauerstärksten europäischen Naturfilmfestival, dass das immer noch fehlende Kino in Eckernförde für sie keine Rolle spiele, sagte der Juryvorsitzende. Wohl aber für die Festivalmacher, wie Leiter Gerald Grote und Pressesprecher Michael van Bürk anmerkten. Eine professionell ausgestattete Spielstätte verringere Aufwand und Kosten. Und die muss Green Screen angesichts der immer noch fehlenden Landesförderung besonders im Blick haben.

Dass es Jahr um Jahr gelingt, mit einem geringen Etat ein Festival dieses Kalibers auf die Beine zu stellen, ist das große Verdienst der Festivalmacher. Es funktioniert, weil alle in Eckernförde an einem Strang ziehen und das Heer der 100 ehrenamtlichen Helfer teilweise extra Urlaub nehmen, um bei diesem faszinierenden Projekt mitzuarbeiten – einfach so, weil es Freude macht, dabei zu sein.

242 eingereichte Filme aus 35 Ländern, 130 Vorführungen und Veranstaltungen an fünf Tagen und rund 12 000 Besucher in sechs Spielstätten – diese Zahlen sprechen für sich und unterstreichen die große Bedeutung von Green Screen für die Region, das Land und die Naturfilmbranche selbst. Es sind alle deutschen Naturfilmredaktion vom NDR bis arte dabei, weitere große aus dem Ausland wie ORF, BBC oder NHK aus Japan. Green Screen ist für die Filmer, Produzenten und Redaktionen zu einer unentbehrlichen Plattform für künftige Projekte geworden. Mit Peter Fera, der schon mit der TV-Legende Peter von Zahn gedreht hat, haben die Filmemacher in Altenhof den Mann geehrt, der bei Green Screen die fachliche Qualität in die Seminare trägt. Auch das erstmals und sehr erfolgreich gelaufene „Pitching“-Seminar, bei dem Filmer und Produzenten über konkrete Projekte verhandeln, trägt Feras Handschrift. Nicht in Eckernförde dabei zu sein, kann sich kaum ein Naturfilmer oder eine Produktionsfirma mehr leisten, entsprechend hochkarätig sind die Einsendungen, entsprechend intensiv sind die Kontakte.

Zu einer Erfolgsgeschichte ist auch der Publikumspreis geworden, den der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag zum vierten Mal verliehen hat. In 15 Verlagsstandorten in Schleswig-Holstein von Flensburg bis Elmshorn, von Itzehoe bis Kappeln, von Husum bis Eckernförde sind drei ausgewählte Filme in stets ausverkauften Sälen gezeigt worden. 2937 Besucher haben anschließend ihr Kreuzchen bei ihrem Favoriten gemacht. Gewonnen hat mit 1173 Stimmen der Film „Kleiner Langschläfer hellwach – die Haselmaus“. 912 Stimmen entfielen auf „Wildes Baltikum – Die Küste“, 852 Besucher stimmten für „Planet der Spatzen“.

DIE PREISTRÄGER

Heinz Sielmann Filmpreis: Die Rückkehr der Raubtiere, Regie Holger Vogt, Stifter: Heinz Sielmann Stiftung, Dotierung: 5000 Euro

Bester Film: Penguins-Spy in the Huddle, Regie: John Downer, Stifter: Stadt Eckernförde, Dotierung: 2500 Euro

Beste unabhängige Produktion: Spirit Creatures, Regie Keith Begg, Stifter: Stiftung Natur im Norden, Dotierung: 5000 Euro

Bestes Tierverhalten: Kolibris – Leben am Limit, Regie: Paul Reddish, Stifter: Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde, Dotierung: 2500 Euro

Beste Kamera: Australien – Im Reich der Riesenkängurus, Regie:  Thoralf, Grospitz und Jens Westphalen, Stifter: Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, Dotierung: 1000 Euro

sh:z-Publikumspreis: Kleiner Langschläfer hellwach – Die Haselmaus, Regie: Joachim Hinz, Stifter: Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag (sh:z), Dotierung: 1000 Euro

Bester Meeresfilm: Legends of the deep – Deep-Sea sharks, Regie: Yoshio Yuki und Leslie Schwerin, Stifter: Waldemar Behn GmbH, Dotierung: 1000 Euro

Bestes Skript: Superhirne im Federkleid, Regie: Volker Arzt, Stifter: KN, Dotierung: 1000 Euro

Bester Ökologie-Film: Karussell des Lebens – Die Streuobstwiese, Regie: Klaus Scheurich, Stifter: Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, Dotierung: 1000 Euro

Beste Postproduktion: Expedition Deutschland: Eine Zeitreise durch 500 Millionen Jahre – Teil 1, Supervisor: Lodur Tettenborn, Stifter: Wirtschaftskreis Eckernförde, Dotierung: 1000 Euro

Green Report: Versenktes Gift, Regie: Bob Coen, Eric Nadler und Nicolas Koutsikas, Stifter: AWR und F. Ehrich, Dotierung: 1000 Euro

Frohnatur: Bottle, Regie: Kirsten Lepore, Stifter Z-Systems, Dotierung: 1000 Euro

Preis der Jugendjury: Der Bauer und sein Prinz, Regie: Bertram Verhaag, Stifter: Rotary Club Mittelholstein, Dotierung: 600 Euro

Beste Musik: On a river in Ireland, Musik: Kila, Regie: John Murray, Stifter: Krohn-Schuhe, Dotierung: 500 Euro

Publikumspreis Bester Kurzfilm: De L’autre Coté de la Plage, Regie: Fabien Mazzocco und Marie Daniel, Stifter: Tierarztpraxis Dr. Trede, Dotierung: 500 Euro

Publikumspreis Bester Kurzfilm für Kinder: Die Quelle, Regie: Sabine Ennulath, Christoph Biemann, Stifter: Gemeinde Damp, Dotierung: 500 Euro

Sonderpreis der Jury: More than Honey, Regie: Markus Imhoff, ohne Dotierung

Eekholt-Nachwuchsfilm-Preis: Hals- und Beinbruch, Autoren: Dana Axen, Sophia Anthopulos, Jools Lufft, Stifter: Wildpark Eekholt, Dotierung: Sachpreise

 

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erstellt am 07.Sep.2014 | 09:19 Uhr

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