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Ausstellung : Flensburg punktet mit Kunst

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Kunst kann ja so anstrengend sein! Kunst kann aber auch Spaß machen und auf wunderbar leichte Art kurzweilig und oberflächlich sein.

Flensburg | Diese Attribute treffen auf die neue Ausstellung "Punkte in Flensburg" zu - vor allem dann, wenn sie von Museumsdirektor Dr. Michael Fuhr erläutert und präsentiert wird. "Jeder kennt sie, mancher hat sie, aber keiner weiß, wie sie eigentlich aussehen": Für die Punkte in der Verkehrssünderkartei des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) ist Flensburg bundesweit eine feste Größe im kollektiven Bewusstsein deutscher Autofahrer.
Als Neu-Flensburger hat Fuhr den unverstellten Blick des Nicht-Flensburgers mit in den Norden gebracht, und mit diesem sieht er an der Förde zunächst einmal Verkehrspunkte. Es bedurfte des kreativen Ansatzes eines Mainzers, der aus Wien kam, um die virtuellen Punkte des KBA sichtbar zu machen - in einer Kunstausstellung. Ein ganzer Raum im Hans-Christiansen-Haus des Flensburger Museumsbergs ist den Strafpunkten gewidmet. Hier sind Original-Akten mit geschwärzten Sündernamen zu studieren und Speichermedien aus einer Zeit, in der man noch EDV statt IT sagte, zu bestaunen. Der Clou ist allerdings die Online-Abfrage des eigenen Punktekontos, die an einigen Tagen während der Ausstellung ermöglicht wird.
Punkte waren auch beliebte Gestaltungsmittel im Kunsthandwerk
Doch es gibt auch Kunst in der großen Flensburger Punkte-Show. Den Anfang machen Vertreter des ursprünglich aus Frankreich stammenden Pointillismus. Von Hans Olde sind "Rapsfeld an der Ostsee" (1893) und "Am hohen Uferrand" (1895) zu sehen, von Christian Rohlfs "Häuser in Weimar" (1903) und "Kiefernstämme im Sonnenlicht" (1903). Von der Hamburger Kunsthalle konnte das Bild "Weißer Punkt" von Wassily Kandinsky ausgeliehen werden. Von Joan Miro wird ein Plakat mit farbigen Punkten gezeigt, während Viktor Vasarely als Begründer der Op-Art mit zwei Bildern um 1970 vertreten ist, in denen Punkte als grafische Elemente eine Rolle spielen.
Über Pop-Art-Bilder von Kiki Kogelnik (70er Jahre) und Roy Lichtenstein und zeitgenössische Werke von Sigmar Polke und Katja Kölle geht es bis nach "down under" zu Tim Johnson, dessen Kunst an die Stilistik der Bilder der Aborigines, der Ureinwohner Australiens, anknüpft.
Punkte waren auch beliebte Gestaltungsmittel im Kunsthandwerk, so bei Keramiken und Fayencen. Das Service "Haarlem" von Waechtersbacher gibt es seit 1932. Cineasten werden voller Ehrfurcht vor einem gepunkteten Kostüm verharren, das keine Geringere als Marlene Dietrich getragen hat. Der Punkte-Reigen endet mit Einblicken in die Abgründe des deutschen Schlagers, Überblicken über den Punkt in Buch- und Filmtiteln und mit einem punktierten Such- und Ratebild zur Fußball-Weltmeisterschaft.
"Punkte in Flensburg", bis 29. August, Di - So 10-17 Uhr, www.museumsberg.flensburg.de

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erstellt am 05.Jun.2010 | 09:24 Uhr

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