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Kultur

19. Januar 2017 | 07:51 Uhr

Die zwei Seiten des Malers Friedel Anderson

vom

Glückstadt/Rendsburg | Von der Seefahrt verstehe er nicht viel, sagt der Maler Friedel Anderson. Er male einfach nur, was er sieht, hört und riecht: Im Schwimmdock, auf der Gorch Fock, im Hafen, am Elbufer, auf Werften in Kiel, Hamburg, Skagen oder Bremerhaven. Friedel Anderson (Jg. 54) interessiert vor allem das Atmosphärische. Seine stärksten Bilder sind die reduzierten, die sich auf Boote im Wasser oder auf die Eisschollen am gefrorenen Glückstädter Fähranleger konzentrieren, auf die Faszination der Wellen, des Himmels und der gezielt gesetzten Lichtpunkte. Oder solche, die in bestechenden Ausschnitten einen riesigen rotbraunen Schiffsrumpf mit einem winzigen an ihm arbeitenden Menschen kontrastieren, wie sie auf der Bremerhavener Lloyd-Werft 2010/2011 entstanden. Dass der Itzehoer nicht nur an norddeutschen Gewässern bei Wind und Wetter seine Staffelei aufstellt und mittlerweile zu den wichtigsten deutschen Freilichtmalern zählt, zeigen die Hafenansichten von Venedig, Istanbul, Sansibar oder Lissabon. Im Glückstädter Palais für Aktuelle Kunst (PAK) zeigt eine rund 90 Arbeiten umfassende Schau nun bis zum 18. Dezember Andersons Schaffen. Dabei handelt es sich um eine Bremerhavener Ausstellung, die um einige aktuelle Ölbilder und Farbdrucke mit Motiven von der Unterelbe ergänzt wurde.

Eine zweite Anderson-Ausstellung in Schleswig-Holstein - im Rendsburger Kunsthaus Müllers - zeigt noch bis zum 27. November Arbeiten, die der norddeutsche Realist in Afrika gemalt hat. Rund 60 Bilder entstanden während Andersons Aufenthalten in Tansania. Es sind mehrere Straßenszenen zu sehen. "Frauen in Algier" sind dagegen eine Paraphrase auf das bekannte Werk von Eugène Delacroix. Der Itzehoer Künstler geht gerne durch Sammlungen und Galerien. Die Inspirationen alter Meister hat er dann in Bilder umgesetzt, die in Licht, Technik und Thema an diese erinnern (Paraphrasen). Oder er ließ sich zu Stillleben inspirieren. So erlebt man in der Schau eine ganz neue, andere Seite des Malers.

PAK, Kunstverein Glückstadt, Am Hafen 46. Fr-So 13-17 Uhr. Künstlergespräch und Vorstellung des Gorch-Fock-Skizzenbuches am 26.11. um 16 Uhr.

Kunsthaus Müllers, Rendsburg, An der Marienkirche 4, Di-Fr 10-13 + 15-18 Uhr, Sa+So 10-14 Uhr. www.kunsthaus-muellers.de

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erstellt am 15.Nov.2011 | 03:59 Uhr

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