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Schleswig-Holstein

04. Dezember 2016 | 19:28 Uhr

Schleswig-Holstein-Musik-Festival (SHMF) : Klaus Maria Brandauer begeistert als sprechender Joseph Haydn

vom

Das SHMF feiert sein 30-jähriges Bestehen mit dem Jubiläumskonzert „The Big Seasons“. Brandauer erzählt Haydns Schaffensprozess.

Büdelsdorf | Josephs Haydns Jahreszeiten nicht nur als Musik, sondern als Gesamtkunstwerk zusammen mit den Gefühlen des Komponisten während seines Schaffensprozesses: Klaus Maria Brandauer begeistert das Publikum beim Schleswig-Holstein Musik-Festival Jubiläumskonzert „The Big Seasons“. Der Schauspieler „spricht“ am Sonnabend Joseph Haydn. Er streut dessen Gedanken - entnommen aus alten Briefen und Aufzeichnungen - aber auch andere Texte und Gedichte in das Orchesterwerk.

Das Schleswig-Holstein Musik-Festival (SHMF) feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Das Jubiläumskonzert am Sonnabend in den Gießereihallen des Kunstwerks Carlshütte in Büdelsdorf begeistert das Publikum mit dem Haydn-Oratorium „Die Jahreszeiten“. Der Wiener Komponist Joseph Haydn (1732 - 1809) hatte für seine „Jahreszeiten“ nicht die für Oratorien traditionell üblichen Bibel-Texte als Grundlage genommen, sondern versucht, die Natureindrücke der Jahreszeiten musikalisch umzusetzen. Neben Ensembles aus Hamburg und Schleswig-Holstein unter der Leitung von Matthias Janz macht der Schauspieler Klaus Maria Brandauer die Aufführung in der großen Halle einer stillgelegten Gießerei zu einem besonderen Erlebnis. Der österreichische Mime lässt 200 Jahre nach dem Tod des Komponisten dessen widerstreitende Gefühle lebendig werden.

Dabei wird deutlich: Glücklich war Joseph Haydn beim Komponieren der Jahreszeiten nicht immer. Der Wiener Hofbibliothekar Baron Gottfried van Swieten hatte ihn damals zu dem weltlichen Oratorium gedrängt. „Haben miteinand schon einmal Erfolg gehabt, mich deshalb überreden lassen“, schimpft Haydn/Brandauer. „Ein Fehler? Ich weiß es nicht.“

Haydn zeigt sich empört über den rechthaberischen Starrsinn des Barons: Sie hätten „immer mehr und mehr gestritten! Das ganze Jahr 1800 ging so dahin! Bin darüber krank geworden“, klagt Haydn/Brandauer. Dabei säuselt, poltert, und kichert der ehemalige Burg-Schauspieler. Mit seiner offensichtlichen Spielfreude und dem Gefühl seines Könnens reißt er die rund 1400 Zuschauer mit.

Brandauer tritt bereits seit über 30 Jahren bei musikalischen Veranstaltungen als Sprecher auf. Als Schauspieler habe man eine ungeheure Angst vor der Musik, sagte er in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. „Diese Töne, diese Kraft! Man hat das Gefühl, es kommt ein wildes Tier daher. Dann kommen wir Schauspieler mit unseren Stimmen, die nicht so ausgebildet sind wie jene der Sänger.“ „Dabei kann man im Zusammenspiel mit Musik alles machen: Etwa ganz leise, ganz direkt sein, überhaupt nicht pathetisch“. Das Publikum dankte dem Schauspieler und auch den Musikern schon zur Pause mit lang anhaltendem Beifall. 

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erstellt am 17.Jul.2016 | 13:37 Uhr

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