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Schleswig-Holstein

26. September 2016 | 03:52 Uhr

Streit ums Kiten : Kitesurfen auf der Ostsee - Robert Habeck einigt sich mit Verbänden

vom
Aus der Onlineredaktion

Der Streit ums Kiten in Schleswig-Holstein ist beigelegt. Jetzt gibt es auch eine Vereinbarung für die Ostsee.

Kiel | Im langem Streit über geplante Einschränkungen für das Kitesurfen in Schleswig-Holstein gibt es jetzt eine Lösung für die Ostsee. Für das Kiten im Nationalpark Wattenmeer steht eine Vereinbarung zwischen den Wassersportverbänden und dem Nationalparkkuratorium noch aus. Im Juli hatten sich die Nationalpark-Kuratoren der Landkreise Dithmarschen und Nordfriesland bei rund 20 Gebieten für das Kitesurfen ausgesprochen. Eine freiwillige Vereinbarung für die Ostsee unterzeichneten am Donnerstag Schleswig-Hoslteins Umweltminister Robert Habeck und der Präsident des Deutschen Segler-Verbandes (DSV), Andreas Lochbrunner. Das Ziel besteht darin, dass die Kitesurfer Vogelschutzgebiete zu Brutzeiten der Tiere meiden.

Der Streit zwischen Touristikern und Naturschützern ist langwierig: Kitesurfen zieht eine besondere Zielgruppe an Touristen nach Schleswig-Holstein. Wenn die Trendsportart eingeschränkt wird, bestünde das Risiko, dass die Sportler sich andere Ziele suchen. Die Naturverbände sorgen sich vor allem um den Vogelschutz. Große Teile der schleswig-holsteinischen Ostsee sind als Europäische Vogelschutzgebiete ausgewiesen. Teile dieser Gebiete sind gleichzeitig wichtige Wassersportreviere für Segler, Kiter oder Surfer.

Das ist der Kern der Vereinbarung:

Alle Wassersportler sollen in der Zeit vom 16. November bis 1. März bestimmte Europäische Vogelschutzgebiete meiden, wenn das Ostseeinformationszentrum Eckernförde (OIC) dort tagesaktuell große Vorkommen von Nahrung suchenden oder rastenden Meeresvögeln feststellt. „In dieser Zeit benötigen die Wasservögel besondere Ruhe, um den Winter gut zu überstehen und im Frühjahr in gutem Ernährungszustand den Heimflug in ihre nordischen Brutgebiete antreten zu können“, teilte das Umweltministerium mit. Formelle Vertragspartner sind das Ministerium und der DSV, andere Verbände können beitreten. Beigetreten ist bereits der Verband Deutscher Wassersport Schulen (VDWS)  sowie der Segler-Verband Schleswig-Holstein.

Für die Naturschutzgebiete, die teilweise in den großflächigen Vogelschutzgebieten liegen, hat das Ministerium beim Bundesministerium für Verkehr zeitlich und räumlich differenzierte Befahrensverbote für alle segel- und motorbetriebenen Wasserfahrzeuge beantragt. Bis zum Erlass der Befahrensregelungen rufen die Partner der Freiwilligen Vereinbarung dazu auf, auf ein Befahren dieser Gebiete freiwillig zu verzichten.

Verhandlungen waren „intensiv und konstruktiv“

„Die Vereinbarung ist ein klares Zeichen: Wenn wir bestimmte Regeln einhalten, sind Vogelschutz und Wassersport sehr gut miteinander vereinbar. Das ist ein ermutigendes Signal“, sagte Minister Habeck. Das Umweltministerium, der DSV und der Verband Deutscher Wassersportschulen hatten lange verhandelt - das Ministerium nannte die Diskussion „intensiv und konstruktiv“. 

„Wir hoffen, dass es durch diese freiwillige Vereinbarung gelingt, ordnungsrechtliche Verbote für die sensiblen Schutzzonen zu verhindern“, sagte DSV-Präsident Lochbrunner. „Es ist nachvollziehbar, dass die Vögel im Winter ihre Ruhe brauchen. Und es ist gut, dass alle Wassersportarten – egal, ob motor-, wind- oder muskelbetrieben – gleichbehandelt werden. Daher bin ich zuversichtlich, dass diese freiwillige Vereinbarung von allen Wassersportlern beachtet wird.“

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erstellt am 15.Sep.2016 | 11:50 Uhr

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