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Schleswig-Holstein

01. Oktober 2016 | 19:13 Uhr

Landtagsdebatte in Kiel : Kaum noch Hoffnung für Hafen Friedrichskoog

vom

Hat der Hafen Friedrichskoog in Dithmarschen noch eine Überlebenschance? Die Landtagsdebatte machte dafür keine große Hoffnung. Eine kommunale Lösung ist nicht in Sicht. Die Betroffenen sind sauer.

Kiel/Friedrichskoog | Als Landeshafen hat Friedrichskoog in Dithmarschen keine Perspektive mehr. Das offenbarte die Landtagsdebatte am Donnerstag. „Die Funktion als Landeshafen ist nicht mehr gegeben“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD). Der Hafen habe keine überregionalen Aufgaben mehr und fungiere auch nicht als Schutzhafen. Die Kommune könne es sich nicht leisten, ihn zu übernehmen. Meyer versicherte aber, die Landesregierung werde die Menschen in Friedrichskoog nicht alleine lassen und die Gespräche weiterführen. Am Montag will Meyer dort mit Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch erwartet.

„Für die Seehundstation garantieren wir eine Zukunft in Friedrichskoog“, sagte Meyer. „Und wir wollen aus Friedrichskoog einen touristischen Leuchtturm machen.“ Der Ort stehe am Anfang eines Strukturwandels, sagte Meyer. „Wir wollen nicht gegen den Strukturwandel ansubventionieren.“ Der Hafen habe keinen nennenswerten Fischereiumsatz mehr. Von den 73 Kutteranläufen im Jahr koste jeder einzelne den Steuerzahler 10.000 Euro. Nun gibt es offenkundig Überlegungen für einen Museumshafen.

Die Friedrichskooger, die vor dem Landeshaus gegen eine Schließung des Hafens demonstrierten und die Plenardebatte verfolgten, reagierten verärgert. „Das ist ein Trauerspiel, wie die Landesregierung mit den Bürgern von Friedrichskoog und der ganzen Region umgeht, sagte mit Hartmut Marscheider einer der Geschäftsführer der Hafenbetriebsgesellschaft. Die Möglichkeit, den Hafen zu erhalten, sei nie von allen Seiten geprüft worden.

Die frühere Koalition aus CDU und FDP hatte in der vergangenen Legislaturperiode aus Kostengründen beschlossen, Friedrichskoog als Landeshafen aufzugeben und ihn der Kommune zu überlassen. Eine kommunale Lösung ist aber nicht absehbar. Die FDP scheiterte an der Mehrheit von SPD, Grünen und SSW mit dem Antrag, die Landesregierung möge die Schließung des Hafens kritisch überprüfen. Entscheiden solle sie nicht schon wie angekündigt im kommenden Monat. „Vor einer definitiven Entscheidung sind sämtliche offene Punkte im Dialog mit der Gemeinde Friedrichskoog und dem Kreis Dithmarschen abzuarbeiten“, verlangten die Liberalen.

Unter heutigen Rahmenbedingungen müsse über den Hafen anders diskutiert werden als 2010, sagte Oliver Kumbartzky von der FDP. Vor Ort habe man sich viele Gedanken über Kosten und wirtschaftliche Folgen einer Schließung gemacht. „Geben Sie dem Hafen eine Chance!“, sagte Kumbartzky. Serpil Midyatli von der SPD sagte zu, gemeinsam mit den Menschen werde nach einer guten Lösung gesucht. Es werde ausgelotet, was noch möglich ist. Die Prüfungen zum Hafen müssten nun aber zeitnah abgeschlossen werden. Seine wirtschaftliche Bedeutung nehme leider immer mehr ab. „Wir wollen keine Illusionen nähren“, sagte Midyatli.  Karsten Jasper von der CDU forderte von der Landesregierung Hilfe für den Standort Friedrichskoog und Dithmarschen. Auch die Folgekosten einer Hafenschließung müssten berücksichtigt werden.

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erstellt am 20.Feb.2014 | 18:34 Uhr

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