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Inselmagazin

08. Dezember 2016 | 07:10 Uhr

Auf Amrum : Die Faszination von Weite

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Eine schweizer Künstlerin läst sich von der Insellandschaft inspirieren. Jetzt werden ihre Bilder in Wittdün gezeigt.

Immer mehr Schweizer Bürger suchen Ruhe und Erholung auf Amrum. Um die beinahe unendliche Weite des Himmels erleben zu können, muss man in ihrer Heimat Berge mühevoll besteigen, um dann auf einem Gipfel den Zauber eines grenzenlosen Himmels zu erfahren.
Auf Amrum geht man einfach an den Strand.

Dieser Faszination von Weite ist Dorothea Fischer-Naef seit nunmehr 30 Jahren erlegen. Erstmals als Mitglied einer Ornithologengruppe angereist, verspürte die schweizer Künstlerin sofort den spröden Zauber des Nordens. Beinahe jährlich besuchte sie von jetzt an Amrum, wobei sie keiner Jahreszeit den Vorzug gab. Und nun werden Arbeiten Fischer-Naefs erstmals in einer Ausstellung auf der Insel, in der Wittdüner Galerie von Jens Quedens, gezeigt.
Dorothea Fischer-Naef lernte in ihrer Ausbildung hauptsächlich die Weberei kennen, die in den nächsten drei Jahrzehnten zur ihrer Hauptbeschäftigung wurde. Ihre Bildteppiche, meist einige Quadratmeter groß, fanden viel Beachtung. So wurde sie auch zu Textilbiennalen in Hamburg und Oldenburg eingeladen. Hauptsächlich feierte sie Erfolge in der Schweiz und Süddeutschland, doch auch eine Textilfirma in Kopenhagen orderte eines ihrer Werke und die Bayerische Staatsgalerie kaufte eine Arbeit auf, die den Titel „Am Spülsaum“ trägt und somit ihre tiefe Zuneigung zu Amrum offenbar macht.


Nordsee-Bilder


Nachdem sie 1998 ins Allgäu zog, verlegte sie ihren Arbeitsschwerpunkt auf die Acrylmalerei. Der Schwerpunkt ihrer Themen aber blieb: Nordsee und Amrum. Die Künstlerin beschäftigt sich dabei weniger mit einer authentischen Wiedergabe leicht erkennbarer Insel-, Orts- oder Häuseransichten, sondern es ist das Meer selbst, der Strand und die Weite. Ursprünglich mit einer Kamera bewaffnet, sammelte sie ihre Eindrücke ein bei unterschiedlichen Wettersituationen und fast allen Jahreszeiten, außer den Sommermonaten. Mittlerweile setzt sie ihre Bilder im Gedächtnis zusammen. Die Schweizerin besucht Amrum zusammen mit ihrem Mann mehrmals pro Jahr für mehrere Wochen – am liebsten im Frühjahr oder Herbst. Es muss schon sehr intensiv schütten, dass sie auf ihre Wanderungen auf der Wattseite oder direkt am Meer verzichtet.
Sie selbst redet nicht gerne über ihre Arbeit, wie sie ohnehin lieber im Hintergrund bleibt. Das rechnet sie ihrer Herkunft an, einem kleinen Ort in der Nähe des Zürichsees, wo sie mit ihren vier Geschwistern über der Bildhauerwerkstatt ihres Vaters aufwuchs. Zwei ihrer Brüder führen nun in der vierten Generation das Handwerk weiter, der eine im erweiterten väterlichen Betrieb, der andere als Gründer und Leiter der bekannten Scuola die Scultura im Maggia-Tal im Tessin.


Alpen-Friesen


Jens Quedens brachte es in einem Gespräch auf den Punkt, als er sagte: Vom Wesen her sind sich die Schweizer und Friesen ähnlich. Man könne die Schweizer aus gutem Grund als Alpen-Friesen bezeichnen.
Die kleine Ausstellung umfasst aus Platzgründen nur wenige Bilder, Eine zeitliche Limitierung ist nicht vorgesehen.

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erstellt am 18.Aug.2016 | 20:26 Uhr

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