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Schleswig-Holstein

08. Dezember 2016 | 01:11 Uhr

Nordsee : Immer mehr Kegelrobben im Wattenmeer unterwegs

vom

Früher wurden sie durch Jagd fast gänzlich aus dem Wattenmeer vertrieben. Jetzt machen sie sich wieder an der Nordseeküste breit.

Wilhelmshaven | Im Weltnaturerbe Wattenmeer erreichen die früher fast ausgerotteten Kegelrobben wieder Rekordzahlen. Bei Zählflügen im Frühjahr an der gesamten Nordseeküste haben Experten mit 4936 erwachsenen Tieren einen neuen Höchststand erfasst. Im Jahr zuvor wurden noch 4521 Kegelrobben im dänischen, deutschen und niederländischen Wattenmeer sowie auf Helgoland registriert.

Kegelrobben sind die größten deutschen Raubtiere und stehen unter besonderem Schutz. Die Tiere dürfen nicht gejagt werden - und verlassene Jungtiere werden aufgepäppelt.

Noch aussagekräftiger sei die um 34 Prozent auf 1113 Kegelrobben gestiegene Zahl der Jungtiere, teilte das gemeinsame Wattenmeersekretariat der drei Länder am Freitag in Wilhelmshaven mit. „Wir erwarten einen weiteren Anstieg und die Ausbreitung nach Norden an die Küsten des dänischen Wattenmeeres“, sagte Sascha Klöpper von der länderübergreifenden Koordinierungsstelle für Zählflüge von Seehunden und Kegelrobben.

Die meisten erwachsenen Kegelrobben hielten sich im niederländischen Wattenmeer (3696) auf, 148 in Dänemark, 301 in Niedersachsen und Hamburg sowie 744 auf Helgoland. Auf Deutschlands einziger Hochseeinsel hatten 2014 Berichte für Aufsehen gesorgt, wonach eine Kegelrobbe Jagd auf Seehunde machte. Wissenschaftler vermuten, dass diese Attacken keine Einzelfälle waren, sondern bisher nicht aufgefallen sind.

Ein Kegelrobben-Heuler liegt im Becken einer Seehundstation. /Archiv
Ein Kegelrobben-Heuler liegt im Becken einer Seehundstation. /Archiv Foto: Wolfgang Runge
 

Kegelrobben sind die größten Raubtiere in Deutschland und können bis zu drei Meter lang und bis zu 320 Kilogramm schwer werden. Im Mittelalter waren sie typisch für das Wattenmeer, bis sie dort durch die Jagd fast vollständig ausgerottet wurden. Erst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehen die Zahlen wieder aufwärts. Die länderübergreifende Erfassung im gesamten Wattenmeer zeigt den Anstieg der Population.

Erwachsene Kegelrobben werden im Frühling während des Fellwechsels gezählt, da sie dann meist mit ihrem Nachwuchs an Land liegen. Die Erfassung der Seehunde erfolgt dagegen zur Hauptwurfzeit während der Sommermonate.

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erstellt am 01.Jul.2016 | 14:35 Uhr

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