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Schleswig-Holstein

10. Dezember 2016 | 19:31 Uhr

Kommentar : Horror-Clowns, das ist nicht lustig!

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Clown-Attacken müssen Konsequenzen haben. Ein Kommentar von Holger Loose.

Es muss wohl in der Natur des Menschen liegen: Schon kleine Kinder lieben es, Geschwister, Freunde oder die Eltern und Großeltern zu erschrecken und entwickeln dabei oft eine ungeahnte Kreativität. Aber Vorsicht: Das, was da gerade auch nach Deutschland rüberschwappt, ist von einem Kinderscherz meilenweit entfernt und auch alles andere als einfallsreich. Die Horror-Clowns, die jetzt sogar auf des Deutschen Lieblingsinsel Sylt ihr Unwesen treiben, spielen mit der Gesundheit, im schlimmsten Fall sogar mit dem Leben völlig unschuldiger Menschen.

Jeder, der sich auf den vermeintlichen Scherz einlässt und mit Clowns-Maske und Baseballschläger auf die Jagd nach wehrlosen Opfern geht, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er damit großen Schaden anrichten kann. Ein 14-Jähriger zog sich auf der Flucht vor einem Horror-Clown schwere Schnittverletzungen zu, eine schwangere Frau erlitt – ausgelöst durch einen Schreck – eine Frühgeburt. Ganz zu schweigen von den psychischen Folgen wie Panik-Attacken, die durch die makaberen Scherze ausgelöst werden. Nein, Überfälle im Clowns-Kostüm sind kein Kavaliersdelikt. Sie sind dumm, hinterhältig und gefährlich. Sie können ganz schnell zu einem kriminellen Akt werden. Und ganz nebenbei berauben sie uns auch noch der Illusion, dass hinter einem Clown auch immer etwas Gutes, etwas Lustiges steckt.

Polizei und Justiz warnen die feigen „Scherzbolde“, die sich hinter einer Maske verstecken, und drohen mit strafrechtlichen Konsequenzen. Hoffentlich lassen sie den Worten auch Taten folgen. Zumindest diejenigen, die eigentlich nur ein Stück weit auf dieser neuen Welle mitschwimmen wollen, könnte das abschrecken.

Dass sich dadurch das merkwürdige Phänomen komplett abschalten lässt, bleibt aber wohl eher ein frommer Wunsch – auch und gerade angesichts des bevorstehenden Halloween. Man muss leider davon ausgehen, dass dieses neue (Er)Schreckensszenario Deutschland noch eine Weile lang beschäftigen wird und – wie so vieles, was aus den USA zu uns kommt – erst mit der Zeit wieder verschwinden wird.

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erstellt am 22.Okt.2016 | 09:50 Uhr

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