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Schleswig-Holstein

05. Dezember 2016 | 05:32 Uhr

Anwohnerklage : Gericht stoppt Bau eines Flüchtlingsheims in Lübeck-Travemünde

vom
Aus der Onlineredaktion

In Lübeck-Travemünde soll eine Gemeinschaftsunterkunft für 360 Asylbewerber gebaut werden. Eine Interessengemeinschaft will das verhindern.

Lübeck | Nachdem ein Anwohner die Baugenehmigung angefochten hatte, hat das Verwaltungsgericht in Schleswig den Bau einer städtischen Flüchtlingsunterkunft in Lübeck-Travemünde gestoppt. Grund der Entscheidung sei ein Formfehler in der Ausnahmegenehmigung des Innenministeriums, sagte der Sprecher des Verwaltungsgerichts, Harald Alberts, am Dienstag.

In die Erstaufnahmestellen des Landes kommen nur noch wenige Flüchtlinge. Platz muss nun vor allem für Asylbewerber, die bereits hier sind, geschaffen werden. Doch nicht jeder Bürger möchte ein Flüchtlingsheim in seiner Nachbarschaft stehen haben. Erst vor kurzem hatte auch ein Hamburger Gericht den Bau einer Flüchtlingsunterkunft im Nobelstadtteil Blankenese gestoppt.

Das Ministerium habe nicht ausreichend begründet, warum es den Bau einer Flüchtlingsunterkunft in einem Gebiet zulässt, in dem eigentlich keine Wohnnutzung vorgesehen ist. Ein Nachbar hatte Widerspruch gegen die Baugenehmigung der Stadt eingelegt und zugleich Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz beim Verwaltungsgericht gestellt.

Das Innenministerium will die Genehmigung jetzt nachbessern. Man werde eine Erläuterung nachreichen, die alle Interessen gegeneinander abwägt, sagte Ministeriumssprecher Patrick Tiede. Zuvor hatten die „Lübecker Nachrichten“ über den Baustopp berichtet (kostenpflichtiger Artikel).

Die Hansestadt Lübeck will in Lübeck-Travemünde eine Gemeinschaftsunterkunft für rund 360 Asylsuchende errichten. Dagegen hat sich eine Interessengemeinschaft von Anwohnern gebildet. Die Hansestadt Lübeck muss jeden Monat rund 200 neue Flüchtlinge unterbringen. Die Gemeinschaftsunterkünfte sind nach Angaben einer Stadtsprecherin zu 95 Prozent belegt.

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erstellt am 19.Apr.2016 | 13:28 Uhr

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