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Schulz-Effekt in Schleswig-Holstein : Genosse Trend tritt der SPD bei

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die aktuelle Umfrage sieht eine knappe Bestätigung für die SPD. Doch noch ist der Drops nicht gelutscht, kommentiert Politik-Redakteur Peter Höver.

Ministerpräsident Torsten Albig und seine Koalitionäre werden wissen, weshalb sie sich triumphale Untertöne im Umgang mit der neuesten Umfrage zur Landtagswahl verkneifen. Dabei marschiert der Genosse Trend wieder stramm an der Seite der nordelbischen SPD – der designierte Kanzlerkandidat Martin Schulz lässt grüßen. Die Nord-CDU dagegen kommt deutlich abgeschlagen daher. Satte 50 Prozent Zustimmung gibt es für die Küstenkoalition. Wechselstimmung? Fehlanzeige! Wie schon im Dezember.

Mit solchen Daten ist der Drops schon vor der Landtagswahl am 7. Mai doch im Grunde gelutscht, könnte man meinen. Doch Vorsicht! Mit Umfragen ist das inzwischen so eine Sache. Wie war das noch mit den grandios falschen Vorhersagen für das EU-Referendum in Großbritannien? Oder mit der US-Wahl? Oder bei den Landtagswahlen im vergangenen Jahr? Oder mit dem Rechtspopulisten Geert Wilders, den Demoskopen schon als Premier der Niederlande hochgerechnet hatten? Alles kam anders als gedacht.

Dennoch dürften die Ergebnisse in den Parteizentralen einiges an Aktivitäten auslösen. Bei den Koalitionären werden sie darauf Acht geben, dass sich die eigenen Wahlkämpfer nicht in falscher Sicherheit wiegen. Noch hat der Wahlkampf ja gar nicht so recht begonnen. Bei der Union werden sie kräftig nachlegen müssen. Ein Spitzenkandidat Daniel Günther, der sich erkennbar abrackert, den sieben Wochen vor der Wahl erst nur jeder Zweite überhaupt kennt – das ist ein noch größeres Problem als es die mageren 27 Prozent bei der Sonntagsfrage sind. Die Grünen werden sich bestätigt sehen mit ihrem für die glanzlose Bundesprominenz ausgesprochenen Wahlkampf-„Einreiseverbot“; man will halt nicht in den Abwärtstrend der Özdemirs und Göring-Eckardts hineingezogen werden.

Sieben Wochen, dann ist gewählt und Zeit für Jubel auf der einen und Halbmast auf der anderen Seite. Warten wir es ab.

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erstellt am 17.Mär.2017 | 06:43 Uhr

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