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Schleswig-Holstein

05. Dezember 2016 | 01:30 Uhr

Schleswig-Holstein und andere Bundesländer : Fronleichnam und Co.: Was uns in SH an Feiertagen entgeht

vom

Fronleichnam, Allerheiligen, Mariä Himmelfahrt und so weiter: Welche Feiertage haben andere Bundeländer und ist das eigentlich ungerecht?

Neun gesetzliche Feiertage gibt es in ganz Deutschland. Bis auf den Tag der deutschen Einheit fallen Feiertage in die Zuständigkeit der Bundesländer. Diese entscheiden, ob gearbeitet wird oder nicht. Elf Bundesländer haben zusätzlich zu den neun deutschlandweiten Feiertagen noch zusätzliche freie Tage. Schleswig-Holstein nicht. Das nördlichste Bundesland hat zusammen mit Berlin, Bremen, Hamburg und Niedersachen die wenigsten Feiertage in der Bundesrepublik. Führend mit 14 Feiertagen ist Bayern.

Gesetzliche Feiertage sind zusammen mit Sonntagen als „Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung“ in der Verfassung festgehalten. Wie viele dieser Tage Arbeitnehmer in Deutschland haben, hängt allerdings vom Wohn- und Arbeitsort ab und variiert stark.

Folgende Feiertage entgehen uns dieses Jahr in Schleswig-Holstein:

Heilige drei Könige: In Bayern, Baden-Würtemberg und Sachsen-Anhalt wird am 6. Januar gefeiert, dass Jesus den Weisen aus dem Morgenland erschien. Die drei Könige gelten in der katholischen Kirche als Heilige.

Fronleichnam wird 60 Tage nach Ostern in Bayern, Baden-Würtemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland gefeiert. Der Name des katholischen Feiertags leitet sich von der mittelhochdeutschen Bezeichnung für „des Herren Leibs“ ab, und der wird auch gefeiert. Der Tag ehrt die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Abendmahl.

Augsburger Hohes Friedensfest: Der 8. August ist nur in Augsburg ein Feiertag. Gefeiert wir das Ende der Unterdrückung nach dem Dreißigjährigen Krieg. Augsburg hat damit die meisten Feiertage in ganz Deutschland.

Mariä Himmelfahrt wird in Bayern und im Saarland am 15. August gefeiert. Bei dem Hochsommer-Feiertag geht es, wie der Name vermuten lässt, um die katholische Marienverehrung. Es wird gefeiert, dass Christus seine heilige Mutter nach deren Tod in den Himmel gerufen hat.

Reformationstag: Am 31. Oktober feiern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die Reformation der Kirche durch Martin Luther. Der Mönch und Theologe soll an diesem Tag im Jahr 1517 95 Thesen zum Ablasshandel und zur Buße an die Tür der Wittenberger Kirche genagelt haben. Damit legte er den Grundstein der evangelischen Kirche. 

Eine besonderen, Extra-Feiertag bekommt Schleswig-Holstein 2017. Dann jährt sich Luthers Thesenanschlag zum 500. Mal und der 31. Oktober ist gesetzlich frei.

Allerheiligen wird in katholisch geprägten Bundesländern am 1. November begangen. Baden-Würtemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland gedenken allen Heiligen, auch denen, die nicht heilig gesprochen wurden.

Buß- und Bettag: Der Mittwoch vor dem 23. November ist nur in Sachsen ein Feiertag. Der Buß- und Bettag ist ein evangelischer Feiertag, der immer wieder in Notzeiten angesetzt wurde. Bei Gefahren wurde die Bevölkerung dazu aufgerufen, begangene Sünden zu bereuen (büßen), sich zu Gott zu bekehren und zu ihm zu beten. Seit Ende des 19. Jahrhunderts gibt es den allgemeinen, jährlichen Buß- und Bettag. 1995 wurde der Buß- und Bettag als Ausgleich für die neu eingeführte Pflegeversicherung wieder abgeschafft. In Sachsen zahlen Arbeitnehmer einen höheren Beitrag zu dieser Versicherung.

Außerdem gibt es in vielen Teilen Deutschlands regionale Feiertage, an denen nicht oder nur eingeschränkt gearbeitet wird. Das sind zum Beispiel Tage zur Karnevalszeit, wie Rosenmontag, Weiberfastnacht oder der Elfte im Elften. Dazu kommen Volksfeste, wie der Frankfurter Wäldchenstag, der Maimarktdienstag in Mannheim oder der Ulmer Schwörmontag.

Die deutschen Feiertage werden immer wieder von vielen Seiten kritisiert. Hauptsächlich, weil sie größtenteils auf das Christentum zurückgehen, aber nur etwa 60 Prozent der deutschen Bevölkerung einer christlichen Konfession angehören. Die Feiertage werden also von einem großen Teil der Bevölkerung nicht im ursprünglichen Sinn begangen, sondern sind einfache Urlaubstage. In den letzten Jahren wurde schon gefordert, einen muslimischen Feiertag einzuführen oder den Arbeitnehmern die Anzahl der Tage als frei verteilbare Urlaubstage zur Verfügung zu stellen. Die Forderung gab es vor allem von Privatpersonen in Kommentarbereichen und sozialen Netzwerken.

Weltweit gesehen liegt Schleswig-Holstein mit neun Feiertagen im hinteren Mittelfeld, Dänemark, Irland und Rumänien haben auch neun Feiertage. Großbritannien, Australien und die Niederlande haben nur acht. Die meisten Feiertage gibt es in Japan und Indien, ganze sechzehn Tage sind hier gesetzlich frei.

Man darf allerdings nicht außer Acht lassen, dass Arbeitnehmern in Deutschland vergleichsweise viele Urlaubstage zustehen. Während in Deutschland zu den neun bis vierzehn Feiertagen 24 Urlaubstage kommen, sind es etwa in Kanada nur zehn gesetzliche Urlaubstage plus neun Feiertage. Am meisten frei haben laut Statista die Brasilianer, Litauer und Finnen, sie haben 40 oder 41 Tage im Jahr frei.

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erstellt am 26.Mai.2016 | 15:35 Uhr

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