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Schleswig-Holstein

07. Dezember 2016 | 21:16 Uhr

Feuer im „Nautic Club“ – Pächter wehrt sich gegen Verdächtigungen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

War es Brandstiftung? Die Befürchtung, der legendäre „Nautic Club“ in Timmendorfer Strand könnte kurz vor seiner Wiedereröffnung mutwillig angezündet worden sein, lastet schwer über dem Ostsee-Ort.

Besuch bei Pächter Philipp Klein-Dohse (28), der die Diskothek zum neuen Szene-Hot-Spot im Norden machen wollte. Er sagt: „Das Feuer ist eine riesige Katastrophe, und ich bin ihr größter Verlierer.“ Ein Jahr lang habe er sieben Tage in der Woche gearbeitet und die Familie vernachlässigt, um den Club umzubauen. „Dann stehe ich in der Brandnacht an der Absperrung und höre, wie Leute sagen: So funktioniert also eine warme Sanierung. Das hat mich tief getroffen und enttäuscht.“

Klein-Dohse macht sein Geld mit Spielhallen. Im vergangenen Oktober pachtete er das „Nautic“ (410 Quadratmeter) vom Timmendorfer Juwelier Mike Ralf Lindner (57). Das Ziel: die alte Exklusivität. „Weihnachten wollten wir eröffnen“, erzählt Klein-Dohse. „Noch am Abend vor dem Feuer habe ich das DJ-Pult bestellt. Dann bin ich mit einem Freund ins A1 nach Lübeck gefahren.“ Um 4.50 Uhr seien beide wieder in Timmendorf eingetrudelt. „Ich lag gerade im Bett, als mein Kumpel anrief und sagte, es qualme aus dem Laden.“ Vor Ort glaubte Klein-Dohse, die Sache sei in fünf Minuten geregelt. „Es war ja nur Rauch. Und da wir alles mit Brandschutzplatten kernsaniert hatten, war ich überzeugt, es könne gar nicht stark brennen. Feuerwehrleute holten die Mieter aus ihren Wohnungen und schnitten dann das Dach auf, um zu löschen. Da schlugen plötzlich riesengroße Flammen empor.“ Dem Gerücht, Brandschutzauflagen seien nicht erfüllt worden, widerspricht der Geschäftsmann: „Bei der fehlenden baurechtlichen Genehmigung ging es um die Klimaanlage. Da es zwei Wohnungen in der Passage gibt, brauchten wir einen Extra-Schallschutz, der eigentlich heute abgenommen werden sollte.“ Stattdessen nun dieser Termin: „Ich muss meinen 15 Angestellten die Nachricht ihrer Entlassung überbringen.“ Klein-Dohse zeigt Fotos des sanierten Clubs. „Jedes Detail habe ich mir selbst ausgedacht. Jetzt ist alles vernichtet, es ist unbeschreiblich wie sich das anfühlt.“ Dann berichtet er von einem seltsamen Vorfall eine Woche vor dem Feuer. Jemand wollte über den Blitzableiter auf die Dachterrasse, den „Nautic Garden“, klettern. Doch der Metallstab brach. Hat er Feinde? „Ich habe niemandem was getan.“ Und wie geht es weiter? „Der Verpächter hat mir gesagt, er will in einem Jahr alles wieder aufbauen. Sollte das klappen, würde ich weitermachen.“

Die Brandermittlungen im Gebäude konnten gestern noch nicht beginnen. Polizeisprecher Dierk Dürbrook: „Wir prüfen gerade, ob es überhaupt gefahrlos betreten werden kann.“ Neben „Nautic Club“ und „Nautic Garden“ sind sechs weitere Geschäfte in der Passage zerstört worden – durch Löschwasser. „So wie ich es einschätze, muss alles abgerissen werden“, sagt Tourismuschef Joachim Nitz.

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erstellt am 28.Okt.2016 | 09:54 Uhr

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