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Schleswig-Holstein

21. Februar 2017 | 10:51 Uhr

Verkehr : Fehrmarnsundbrücke: Einem Wahrzeichen droht die Abrissbirne

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Bahn, Politiker und Denkmalschützer streiten um die Zukunft der maroden Fehmarnsundbrücke.

Fehmarn | Schleswig-Holsteins Ex-Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) fordert den Abriss der Fehmarnsundbrücke. „Ein Abriss und ein Neubau sind vernünftiger, als die Brücke zu sanieren – das haben Gutachten gezeigt“, sagte der 75-Jährige. „Ein kompletter Neubau wäre viel günstiger.“ Austermann glaubt, dass der Entschluss von 1999, die Brücke unter Denkmalschutz zu stellen, übereilt war.

Das bestreitet der Leiter des Landesamtes für Denkmalpflege, Michael Paarmann (63). Über Jahre habe die Bahn zu wenig Geld in die Unterhaltung der Brücke gesteckt. „Dabei hat sie bei richtiger Pflege eine nahezu unbeschränkte Lebensdauer“, sagte Paarmann. „Es ist rechtlich nicht möglich, sie aus dem Denkmalschutz herauszunehmen und zu entsorgen.“ Es wäre „ein verheerendes Signal für den Denkmalschutz“, nur auf den ökonomischen Nutzen zu schauen. Paarmann: „Die Fehmarnsundbrücke gehört noch längst nicht auf den Schrotthaufen der Geschichte.“

Die Fehmarnbeltbrücke ist altersschwach: Wenn der Belttunnel nach Dänemark fertig ist, wird die Fehmarnbeltbrücke dem wachsenden Auto- und Zugverkehr nicht mehr gewachsen sein.

Derzeit prüfen der Bund und die Bahn AG, ob die altersschwache Brücke über den Fehmarnsund zumindest für den Straßenverkehr erhalten werden kann. Für die Anbindung des geplanten Belttunnels zwischen Fehmarn und der dänischen Insel Lolland sind mehrere Varianten im Spiel. Möglich ist der Neubau einer kombinierten Brücke mit Schiene und Straße oder der Bau von zwei neuen Brücken (Schiene und Straße getrennt). Auch ein Absenk- oder Bohrtunnel mit vier Röhren zwischen Fehmarn und dem Festland ist angedacht. Die Vorplanungen für diese Variante werden wohl bis zu 15 Millionen Euro kosten.

Die aufwendigen Untersuchungen hat das Bundesverkehrsministerium beauftragt. Bundesregierung und Bahn folgen mit der Prüfung der Fehmarnsundbrücke einem Antrag des Rechnungsprüfungsausschusses des Bundestags. Der hatte Bund und Bahn einstimmig aufgefordert, „die Instandsetzung der Sundbrücke sicherzustellen“. Demnach soll sie bis 2035 betriebsbereit bleiben.

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erstellt am 17.Okt.2016 | 19:50 Uhr

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