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Schleswig-Holstein

03. Dezember 2016 | 12:45 Uhr

Landverbindung Deutschland-Dänemark : Fehmarnbelttunnel: Dänen reden von Baubeginn 2018

vom
Aus der Onlineredaktion

Zuletzt sah es eher nach einer weiteren Verzögerung aus. Doch für die Dänen könnte es jetzt ganz schnell gehen.

Berlin/Puttgarden | Am 12. Juli werden die überarbeiteten Pläne für den geplanten Tunnelbau zwischen Puttgarden und Rödby den Bürgern vorgelegt. 3100 Einwendungen gibt es auf deutscher Seite gegen das 18 Kilometer lange Bauvorhaben. Für die dänische Planungsgesellschaft Femern A/S ist das kein Grund, an einer zügigen Umsetzung zu zweifeln. Äußerst optimistisch sind die Dänen plötzlich, dass der anvisierte Baubeginn des Milliardenprojektes sogar auf 2018 vorverlegt werden kann. Das berichten die „Lübecker Nachrichten“.

Für den Bau des Tunnels zwischen der dänischen Insel Lolland und Fehmarn fehlt die Genehmigung aus Deutschland. Sie soll 2017 vorliegen. Anders als in Deutschland gibt es gegen das Projekt in Dänemark kaum Widerstand.


Wenn man die möglichen Klagen und das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes einrechne, könne man im nächsten Jahr eine Baugenehmigung erreichen und 2018 möglicherweise mit dem Bau beginnen, hieß es von Planungschef Stefan Siegert am Montag in Berlin. Vor allem die gute Zusammenarbeit mit der Deutsche Bahn Netz AG stimme ihn zuversichtlich. Da es noch Gerichtsbeschlüsse abzuwarten gelte, habe man aber einen Puffer von 24 Monaten eingeplant.

Verkehrsminister Reinhard Meyer hatte das angestrebte Ziel für einen Planfeststellungsbeschluss 2017 vor gut zwei Wochen als „zweifellos ambitioniert“ bezeichnet. Da die Offenlegung der neuen Planungsunterlagen vom 12. Juli bis 12. August zum Teil in die Sommerferien fällt und die Auslegung kurzfristig anberaumt wurde, wird im Ministerium befürchtet, Projektgegner könnten dies für weitere Klagen nutzen. Bei einer Verschiebung der öffentlichen Auslegung würden angesichts des engen Zeitplans bestimmte Fristen auslaufen, so dass zeitaufwendige neue Untersuchungen fällig wären. Meyer betonte, Schleswig-Holstein sei in allen Fragen in ständigem Austausch mit der Regierung in Kopenhagen und mit der dänischen Planungsgesellschaft. Der dänische Verkehrsminister Hans Christian Schmidt erwartet einen Baubeginn für 2019 und eine Fertigstellung des Tunnels 2028.

Die Grünen halten beide Pläne für unrealistisch. Vielmehr seien weitere Klagen zu erwarten, die es unwahrscheinlicher machten, dass vor 2020 gebaut würde, sagte Verkehrsexpertin Valerie Wilms den „LN“. Ein Dialog mit den Bürgern vor Ort sei wichtig, „statt ihnen ein sinnloses Betondenkmal vor die Nase zu setzen“.

Die dänische Regierung und die internationalen Baukonsortien hatten Ende Mai in Kopenhagen Nägel mit Köpfen gemacht und vier Hauptbauverträge im Wert von vier Milliarden Euro unterschrieben. Die größten Aufträge gingen an ein holländisches Konsortium, an Strabag (Österreich) und an das dänische Bau- und Ingenieurunternehmen Aarsleff. Insgesamt soll das Jahrhundertprojekt sieben Milliarden Euro kosten.

Bund und Bahn AG prüfen jetzt, ob die altersschwache Brücke über den Fehmarnsund für den Straßenverkehr erhalten werden kann. Damit sind nunmehr fünf Varianten für die Ertüchtigung der Verbindung zwischen dem Festland in Ostholstein und der Insel Fehmarn im Spiel. Mit der 53 Jahre alten maroden Fehmarnsundbrücke kann im derzeitigen Zustand nicht der Verkehr bewältigt werden, der nach Fertigstellung des geplanten Ostseetunnels zwischen Fehmarn und der dänischen Insel Lolland erwartet wird. Bundesverkehrsminister Dobrindt verspricht, dass es durch den „Kleiderbügel“ keine Bauverzögerungen geben wird. Der Bundesrechnungshof hatte zuvor den Sanierungsstau gerügt.

Die Brücke, die die Ostseeinsel mit dem Festland verbindet, soll wegen der erwarteten Verkehrszunahme durch den geplanten Ostseetunnel nach Dänemark durch eine neue Brücke oder einen Tunnel ersetzt werden. Die Möglichkeit, die marode Sundbrücke zu verstärken und weiter zu nutzen, hatte die Bahn aus Kostengründen verworfen.

 

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erstellt am 06.Jul.2016 | 16:08 Uhr

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