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Schleswig-Holstein

11. Dezember 2016 | 01:28 Uhr

Herzlichen Glückwunsch SH : Eutin: Schleswig-Holstein feiert seinen 70. Geburtstag

vom

Feststimmung in Eutin: Zehntausende feiern das 70-jährige Bestehen ihres Landes. Regierungschef Albig schneidet die Geburtstagstorte an. Das erste Stück bekommt ein besonderer Gast.

Eutin | Schleswig-Holstein ist 70 Jahre alt geworden und Herbert Wolfgang Schmüser jetzt auch. Gemeinsam mit dem Land feierte der Eutiner am Sonnabend in der ostholsteinischen Kreisstadt seinen Geburtstag. Ministerpräsident Torsten Albig reichte ihm am Vormittag bei der Eröffnung eines Bürgerfestes zum Landesjubiläum das erste Stück einer großen Geburtstagstorte, die der SPD-Politiker angeschnitten hatte. Und gemeinsam mit den Besuchern auf dem Marktplatz sang Albig das Geburtstagsständchen für den sichtbar gerührten Jubilar. Offizielle Feierstunde und Gottesdienst zum Landesjubiläum folgten.

Vor 70 Jahren hatte die britische Militärregierung der damaligen preußischen Provinz Schleswig-Holstein mit einer Verordnung die Geburtsurkunde für das Land in seiner heutigen Form ausgestellt. Die Verordnung stammt vom 23. August, aber die Feier hatte das Land erst jetzt angesetzt und mit der Landesgartenschau in Eutin verknüpft, die am Montag nach gut fünf Monaten zu Ende geht. Rund eine halbe Million Menschen wollten sie sehen. Zum zweitägigen Bürgerfest wurden in Eutin an diesem Wochenende zehntausende Besucher erwartet. Das Fest-Programm finden Sie hier.

Zum Festakt auf dem Gelände der Landesgartenschau kamen rund 300 Gäste in die Reithalle bei den Schlossterrassen. Albig und Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) als Gastgeber begrüßten auch den britischen Botschafter Sir Sebastian Wood, der wegen der „Geburtshelfer“-Rolle seines Landes gekommen war.

Albig sagte, Schleswig-Holstein präsentiere sich mit einer großen Vielfalt, stolz und selbstbewusst. „Das Land und seine Menschen haben in den vergangenen Jahrzehnten enorm viel gemeistert und geleistet.“ Albig würdigte Schönheit, Kultur und Innovationskraft des Landes.

Und er warb erneut für die Integration der Flüchtlinge. Das Land feiere seine Menschen, die Alteingesessenen und die Dazugekommenen. „Wir leben in einem Land, in dem Menschlichkeit gelebt wird“, sagte Albig. 70 Jahre bedeuteten auch 70 Jahre Erfahrung mit Integration von Flüchtlingen. Nach dem Krieg waren binnen kurzer Zeit zu den 1,6 Millionen Einheimischen eine Million Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten ins Land gekommen. Mit der Hilfe der Briten sei es gelungen, das Land in eine neue Zeit zu führen, hob Albig hervor. „Heute feiern wir die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unseres schönen Landes.“ Zu den wichtigsten historischen Ereignissen in Schleswig-Holstein geht es hier.

„Der Wille zu einem echten Neuanfang und das Vertrauen der Briten - das waren zwei der wichtigsten Voraussetzungen für das Gelingen der Gründung unseres Landes“, sagte Parlamentspräsident Schlie. Den Flüchtlingen sei nach dem Krieg oft mit Misstrauen und Missgunst begegnet worden. Aber gerade von ihnen hätten viele entschlossen dazu beigetragen, aus ihrer zweiten Heimat ein lebenswertes Land zu machen.

Schleswig-Holstein kann stolz darauf sein, was es in den letzten 70 Jahren erreicht hat, sagte der britische Botschafter Wood. „Vom Feind und Besatzer sind wir zum Verbündeten, Partner und Freund geworden.“ Die Tiefe und Breite der gemeinsamen Beziehungen werde auch künftig bleiben: „Wir verlassen die EU, aber nicht Europa“. Poetische Liebeserklärungen an Schleswig-Holstein gaben bei dem Festakt die Poetry-Slammerin Mona Harry und der Liedermacher Tim Linde ab.

Zu einem ökumenischen Gottesdienst in der St. Michaelis-Kirche hatten am frühen Nachmittag Bischof Gothart Magaard von der evangelischen und Erzbischof Stefan Heße von der katholischen Kirche eingeladen.

Magaard hob die Aufbau- und Integrationsarbeit hervor, die in den Städten und Dörfern noch immer geleistet werde. Heße sagte, Schleswig-Holstein habe sich erst zu dem entwickelt, was es heute sei. Die Vision, als Eingesessene und Zugewanderte den „echten Norden“ zu bauen, sei erst mit der Zeit gewachsen.

shz.de hat sich ein ganz besonders Geburtstagsgeschenk überlegt. Eine Kartenlegerin hat die Zukunft des Landes vorausgesagt.

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erstellt am 01.Okt.2016 | 15:15 Uhr

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