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Schleswig-Holstein

07. Dezember 2016 | 21:27 Uhr

Friesenhof-Mädchenheime : Ermittlungen gegen 19 ehemalige Jugendbetreuer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Vorwürfe wiegen schwer: Es geht um Körperverletzung, Nötigung und Freiheitsberaubung.

Itzehoe | Der Skandal um die inzwischen geschlossenen Friesenhof-Mädchenheime zieht auch in der Justiz weite Kreise. Bei der Staatsanwaltschaft Itzehoe sind derzeit noch 19 Ermittlungsverfahren gegen ehemalige Betreuer der Heime anhängig, sagte ein Sprecher der Behörde am Dienstag auf shz-Anfrage. Dabei gehe es um Vorwürfe wie Körperverletzung, Nötigung und Freiheitsberaubung.

Die Friesenhof-Mädchenheime waren im vergangenen Jahr geschlossen worden. Den Einrichtungen wurden Mangel an pädagogischem Fachpersonal und menschenentwürdigende Methoden im Umgang mit Mädchen vorgeworfen.

Zwei weitere Verfahren seien mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt worden. Daneben prüfe die Staatsanwaltschaft die Einleitung von Ermittlungen wegen Betruges. Dabei geht es um möglicherweise überhöhte Abrechnungen der Heimleitung gegenüber dem Jugendamt.

Das waren aber nicht die einzigen neuen Details, die im Friesenhof-Untersuchungsausschuss am Dienstag bekannt geworden. Frühere Bewohnerinnen berichten von von unhaltbaren Zuständen im Camp „Nana“. Danach gab es schon bei kleineren Verfehlungen stundenlange Strafsitzungen auf dem Fußboden. In einem Fall habe eine solche Sitzung 18 Stunden gedauert. Die Möglichkeit, sich etwa beim zuständigen Jugendamt oder der Heimaufsicht zu beschweren, habe es nicht gegeben.

Nach einem vorliegenden anonymen Schreiben an den Ausschuss, das auf Beschluss der Abgeordneten der Staatsanwaltschaft übermittelt wurde, sollen „vor den Jugendlichen Hundekämpfe vorgeführt“ worden sein. Habe ein Jugendlicher nicht essen wollen, sei dieser „auf den Tisch gesetzt“ worden. Einige „Betreuer“ der Friesenhof-Einrichtungen sind in anderen Einrichtungen der Jugendhilfe weiter tätig.

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