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Klimareport für Schleswig-Holstein : DWD: Das Wetter in SH wird immer schlechter

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Schleswig-Holstein ist das einzige Bundesland, in dem es auch im Sommer immer mehr regnet.

Das Wetter in Schleswig-Holstein wird immer schlechter. Nein, das ist keine Prognose für nächstes Wochenende, sondern ein langfristiger Trend. Die unerfreuliche Entwicklung geht aus neuen, um Ausreißer bereinigte Daten hervor, die der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Dienstag in Berlin veröffentlicht hat. Demnach ist das nördlichste Bundesland das einzige, in dem der Regen im Sommer spürbar zunimmt – um zehn Prozent seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in 1881. Aufs Jahr gerechnet ist die Niederschlagsmenge sogar um 16 Prozent gestiegen. Auch damit liegt der „echte Norden“ vor allen anderen Ländern.

Mit dem zunehmenden Regen geht einher, dass Schleswig-Holstein auch neben dem Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern das einzige Land ist, in dem die Zahl der Sonnenstunden im Sommer sinkt. Um fast vier Prozent nahm die Sonnenscheindauer gegenüber 1951 ab – länger zurück reichen die Daten des DWD hier nicht. Fast genauso groß war das Minus in Mecklenburg-Vorpommern. Einen Grund für den Schlechtwetter-Trend im Norden konnte der DWD nicht nennen.

Stattdessen hatten die Meteorologen auch eine positive Nachricht für die Schleswig-Holsteiner. Zwar warnte DWD-Vizechef Paul Becker, dass die Zahl der Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad sich in Deutschland bis Ende dieses Jahrhunderts „im Extremfall vervierfachen“ könne – doch im Norden gibt es davon bisher nur sehr wenige. „In Schleswig-Holstein haben wir im Schnitt drei bis fünf heiße Tage im Jahr, in Süddeutschland dagegen zehn bis fünfzehn“, sagte Becker. Vor allem für die künftig stark wachsende Zahl der Menschen über 80 seien solche Tage gefährlich, erklärte Becker: „Hitze ist ein stiller Killer.“ So habe der sehr heiße Sommer 2003 bundesweit 8000 Menschen das Leben gekostet. Um dieses Risiko zu verringern, will der DWD ab Juni ältere Menschen und die Bürger größerer Städte gesondert vor Hitze warnen. Das Warnsystem auf Landkreis-Ebene wird dazu um alle Städte über 100.000 Einwohner ergänzt. Die Informationen landen dann direkt bei Altenheimen, Kliniken und Medien – und in Apps.

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erstellt am 14.03.2017 | 00:00 Uhr

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