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Schleswig-Holstein

05. Dezember 2016 | 01:37 Uhr

Digitaler Wandel : Die Digital Media Women wollen in SH mitmischen

vom

Gemeinsam die Welt verändern: Die Digital Media Women setzen auf Teamwork statt Ellenbogen, um den digitalen Wandel mitzugestalten – bald auch in Schleswig-Holstein.

Es ist ein Foto mit Aussagekraft: Eine Delegation aus Kiel stellt die Digitale Agenda der Landesregierung im weit entfernten Silicon Valley vor und postet davon ein Bild beim Kurznachrichtendienst Twitter. Zu sehen: ausschließlich Männer.

 

Ein Problem, befindet der Kieler Blogger Steffen Voß.

„Wie man sieht, sind die Repräsentanten eher Repräsenonkel“, schreibt er in seinem Blog kaffeeringe.de, ruft die „Digital Media Women“ (DMW) zur Hilfe und appelliert an die weibliche Netzgemeinde: „Klug twittern allein reicht nicht. Organisiert euch!“

Das war im vergangenen September. Inzwischen haben sich fünf Frauen aus Schleswig-Holstein  – Heike Siemer, Nicole Beckendorf, Nadine Sutmöller, Jeanna Gaida und Barbara Maas – zusammengefunden und planen einen DMW-Ableger – ein sogenanntes Quartier – im hohen Norden. „Das Digitale verändert alles: Wie wir mit unseren Liebsten umgehen, wie wir arbeiten, sogar wie wir wählen“, diese Entwicklungen gelte es zu gestalten, sagt Barbara Maas aus dem schleswig-holsteinischen Organisationsteam – eine Frau aus der Medienbranche, die ihre Stimme nutzen möchte, um etwas zu bewegen. Und sie ist optimistisch: „Wenn wir uns alle anstrengen, wird am Ende auch alles gut.“

 

Die Geburtsstätte der DMW ist Hamburg – vor sechs Jahren ärgerten sich Teilnehmerinnen der Digitalkonferenz „Next“ darüber, dass bei der Veranstaltung keine einzige Frau auf der Bühne stand, um über die digitale Welt zu sprechen. Sie gründeten das Netzwerk, das inzwischen als Verein bundesweit rund 8000 Mitglieder zählt. Bis heute gilt: nicht ärgern, ändern. Es gehe darum, sichtbar zu sein auf allen Bühnen, um Vielfalt und Gleichberechtigung ebenso wie darum, einander Jobs zu vermitteln oder an einem neuen Ort durch Kontakte leichter Fuß zu fassen – „Wir wollen eine Rolle spielen“, sagt Christiane Brandes-Visbeck, DMW-Mitglied der zweiten Generation. Viele Frauen sähen sich sehr selbstkritisch, seien zu bescheiden, um den Weg ins Rampenlicht auf eigene Faust zu suchen, sagt Brandes-Visbeck. „Es ist mühsamer, eine Frau zu überzeugen, auf dem Podium zu stehen, als einen Mann“, und das sei für viele Veranstalter weniger attraktiv. „Natürlich gibt es Profis“, aber noch immer seien nicht genug Frauen sichtbar auf Konferenzen. Auch dem DMW-Nachwuchs in Schleswig-Holstein geht es darum, Frauen darin zu bestärken, Themen zu setzen und ihr Wissen zu teilen: „Wir brauchen Vertrauen in uns selbst“, sagt Quartier-Mitgründerin Nicole Beckendorf.

Für ein Quartier in Schleswig-Holstein wird Christiane Brandes-Visbeck die Patenschaft übernehmen und den Neulingen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Angst vor Veränderung hat hier niemand, sie sei eine Chance, frischen Wind in die Gesellschaft zu bringen und die Rolle der Frau einflussreicher zu gestalten, sind sich die DMW einig. Aber: „Veränderung schafft man nur im Team“, sagt Barbara Maas. „Auch hier oben gibt es tolle Frauen, die etwas können“, sagt Nadine Sutmöller – und solche, die außerdem ihr Augenmerk auf regionale Themen legen: „Das Interesse für den digitalen Wandel ist da“, sagt Heike Siemer. „Aber die Kluft zwischen Stadt und Land ist nach wie vor groß.“ Um mit vereinten Kräften aktiv werden zu können, müsse man sich nur gegenseitig finden und kennenlernen, online wie auch offline. Diese geballte Kompetenz dürfe nicht hinter verschlossenen Türen versickern, warnt Brandes-Visbeck. Daran scheitere der Erfolg vieler Netzwerke, ist sie sich sicher. Deshalb wollen die DMW ihre Ideen und Anliegen nach draußen tragen – in die noch immer von Männern dominierte Welt, selbstsicher und am besten gut gelaunt.

> Anfang nächsten Jahres treffen sich die DMW in Kiel, Interessierte sind willkommen. Weitere Informationen gibt es in der Facebookgruppe „DMWonTourSH“.

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erstellt am 25.Nov.2016 | 17:51 Uhr

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