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Schleswig-Holstein

10. Dezember 2016 | 11:50 Uhr

Wetterkapriolen : Der „Schaukel-Sommer“ in SH

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Sommer probt im Norden den Herbst – Sonnenschein wechselt mit Sturm und Regen. Was Urlauber, Bauern und Einzelhändler zu dem unbeständigen Wetter sagen.

Hamburg/Kiel | Sonnenschein ist im Norden derzeit Mangelware. Immer wieder treiben dichte Wolken und Regen über den Himmel. Die Urlaubszeit in Schleswig-Holstein präsentiert sich dieses Jahr als „Schaukel-Sommer“: Im gefühlten Fünfminuten-Takt wechseln Sonne und nasskaltes „Schietwetter“. Trotz des abwechslungsreichen Wetters sind nach Angaben der Nordsee-Tourismus-Service GmbH die Touristikhochburgen an Schleswig-Holsteins Nordseeküste mit der Saison bislang größtenteils zufrieden.

Den Bauern jedoch ist der unbeständige Sommer zu nass. „Die Regenmengen ergaben zum Teil das Dreifache im Vergleich zum Vorjahr“, sagte Daniela Rixen von der Landwirtschaftskammer. „Bei Sturzregen kann man nicht ernten, da verstopfen die Maschinen.“ Letztendlich hoffen alle auf mehr Sonne.

Das gilt auch für die Gäste im Land. Sie lieben die Reize eines erfrischenden Nordsee-Urlaubs, nicht unbedingt nur Sonne. „Trotz des abwechslungsreichen Wetters im bisherigen Sommer ist die Stimmung gut“, sagte der Geschäftsführer der Nordsee-Tourismus-Service GmbH, Frank Ketter. Viele Gäste würden kommen, weil sie keine Hitzeperioden mögen: „Die lassen sich auch nicht durch ein paar Regenschauer die Stimmung verderben.“ Er bezeichnete die Buchungslage durchaus als erfreulich. Die großen Urlaubsorte hätten vorgesorgt und bieten auch bei kühleren Temperaturen, Wind und Wetter ein umfangreiches Veranstaltungs- und Freizeitprogramm. „Daher haben wir auch nicht festgestellt, dass der bisherige Wetterverlauf das Anreiseverhalten der Gäste wesentlich beeinflusst hat.“ Entsprechend entspannt würden die Touristiker an der Westküste des Landes den weiteren Verlauf der Hauptsaison beobachten.

In Schleswig-Holstein haben die Betriebe nach Angaben der Landwirtschaftskammer mit der Gerstenernte begonnen. Diese werde jedoch regional immer wieder durch üppige Schauer unterbrochen, sagte Kammersprecherin Rixen: „Es wird langsam kritisch, es besteht die Gefahr, dass die Qualität leidet.“ In einigen Landesteilen ist die Gras-Ernte wegen des Regens noch nicht beendet. Die Landwirte benötigen trockenes, warmes Wetter, um das Gras weiter zu Silage verarbeiten zu können, sagt Rixen. Die Landwirte hoffen daher auf Sonnenschein, um die Ernten einfahren zu können. Die Weizen- und die Rapsernte stehen den Angaben zufolge Ende des Monats an.

In Hamburg hat das wechselhafte Sommerwetter den Einzelhandel verstärkt zu Rabattaktionen veranlasst. „Die Stimmung ist nicht gut genug. Das Geschäft verläuft schleppend“, sagte die Sprecherin des Handelsverbandes Nord in Hamburg, Brigitte Nolte. Besonders beim Verkauf von Sommerbekleidung hätten die „Sale“-Schilder magische Wirkung. Mit den Schulferien profitierten die Einzelhändler in der Stadt von den Touristen, ansonsten dämpfe die Ferienzeit eher das Geschäft, berichtete die Sprecherin. „Wie vor Weihnachten, als der ausbleibende Winter früh Preisreduzierungen brachte, sehen wir dieses Phänomen jetzt im Sommer auch wieder“, resümierte Nolte.

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erstellt am 17.Jul.2016 | 11:35 Uhr

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