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Schleswig-Holstein

06. Dezember 2016 | 17:02 Uhr

Busse und Bahnen in SH : Der Einheitstarif für den Nahverkehr im Norden könnte kommen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der DGB fordert Ende der Kleinstaaterei. Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) kündigt Verhandlungen an.

Kiel | Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) erhöht den Druck auf Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD), möglichst schnell einen einheitlichen Tarif für Busse und Bahnen in Schleswig-Holstein zu schaffen. „Der Norden braucht ein einfaches Preissystem, das problemlos an allen Fahrkartenautomaten funktioniert“, sagt der Vorsitzende des DGB Nord, Uwe Polkaehn. „Nicht nur für Pendler ist die Kleinstaaterei im Tarifsystem ein Ärgernis.“

Durch die Einführung eines einheitlichen Tarifsystems soll das Bahnfahren im Norden einfacher und übersichtlicher werden. Dadurch könnten mehr Reisende zum Umstieg vom Auto auf den ÖNPV animiert werden, ist die Hoffnung der Befürworter.

Meyer will sich für einen einheitlichen Tarif in Schleswig-Holstein, Hamburg und im nördlichen Niedersachsen einsetzen. Mit Blick auf die künftige Tarifgestaltung im Norden sagt der Minister: „Zwar gilt der SH-Tarif schon seit 2005 im ganzen Land und bis nach Hamburg, Fahrgäste nehmen aber immer noch Tarifgrenzen wahr. Gemeinsam mit den Regierungen in Niedersachsen und Hamburg wollen und werden wir deshalb einen gemeinsamen norddeutschen Tarif gestalten. Das ist die Zukunft – wenn man sagen kann: Von Lüneburg bis Flensburg gilt ein Tarif.“ Auch wenn es da unterschiedliche Zonen geben werde, sei das „die große Lösung“. Außerdem sind nach den Worten des Ministers weitere zielgruppengerechte Angebote nötig. Dazu gehören unter anderem eine sogenannte „9-Uhr-Zeitkarte“ und ein landesweites Semesterticket.

Mehr als 500 Millionen Euro zusätzlich kann das Land bis 2031 aus einem bundesweiten 8,2-Milliarden-Euro-Topf an sogenannten Regionalisierungsmitteln einsetzen – für sämtliche Verbesserungen im Nahverkehr. Das Gesetz dazu wird erst im Herbst verabschiedet, Planungssicherheit besteht Meyer zufolge aber schon jetzt.

Polkaehn begrüßt das: „Gerade die Metropolregion Hamburg braucht Mobilität ohne Grenzen – sie kann Vorreiter sein für Bahn und Bus 2.0.“ Das würde mehr Autofahrer zum Umsteigen bringen.

Dazu müssen aber laut Verkehrsministerium noch Hürden, wie etwa komplizierte Tarifregeln, überwunden werden. „Da so etwas immer auch Geld und manchmal viel Geld kostet, wollen wir diesen komplizierten Prozess auch mit Geld unterstützen“, heißt es aus Meyers Haus.

Der Minister ist allerdings kein Freund eines Beitritts des Kreises Steinburg zum Hamburger Verkehrsverbund (HVV). Das koste den Kreis allein 1,9 Millionen Euro. „Sie gewinnen dadurch aber keine einzige zusätzliche Leistung“, sagt Meyer – auch mit Blick auf andere Städte und Kreise, die einen Beitritt überdenken. Man können nicht beides erwarten – auf der einen Seite die Ticketpreise des HVV zu subventionieren, auf der anderen Seite noch zusätzlich Leistungen des Landes „on top“ zu bekommen.

Doch auch wenn der Einheitstarif komme, auf sinkende Preise können die Reisenden im Norden laut Meyer nicht hoffen.

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erstellt am 20.Jul.2016 | 20:07 Uhr

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