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Schleswig-Holstein

08. Dezember 2016 | 13:02 Uhr

Schleswig : Das denken unsere Leser über die Umbaupläne am Schloss Gottorf

vom

„An Hässlichkeit kaum zu überbietend“ oder „sehr gelungen“? Der Anbau ans Schloss Gottorf wird hitzig diskutiert.

Schleswig | Das Landesmuseum Schloss Gottorf in Schleswig hat über einen rund 30 Millionen Euro teuren Umbau informiert. Nach dem „Masterplan 2025“, soll der Bau 2018 beginnen und 2025 abgeschlossen sein. Für besonders hitzige Diskussionen sorgt derweil der geplante Anbau aus Glas am Ostflügel des Schlosses. In Leserbriefen und Kommentaren machen die Menschen ihrem Unmut Luft.  

Nicht nur unsere Leser sind sich uneinig über die Veränderung am Schloss Gottorf, auch unsere Autoren haben verschiedene Meinungen, die Sie in diesem Pro und Contra nachlesen können.

„Eine an Hässlichkeit kaum zu überbietende Glas-Metallkonstruktion“, schreibt einer in einem Leserbrief an die Schleswiger Nachrichten. In einem anderen dort erschienenen Brief heißt es: „Welcher Kulturbanause denkt sich im Zusammenhang mit einem historischen Bauwerk eine derartige Verunstaltung aus?“

Ähnlich kritisch sehen die Kommentare auch online aus. So kommentiert Joachim Band auf shz.de: „Schleswig schafft es einfach nicht, etwas aus sich zu machen, man muss sich nur die Innenstadt anschauen. Schade, denn mit der Schlei und dem Dom hat es viel zu bieten und man könnte eine Menge gestalten. Andere Orte haben sich besser entwickelt.“

Auch auf Facebook sind die Meinungen zu dem modernen Anbau überwiegend negativ. Viele sind der Meinung, der Stilmix zerstöre den historischen Charme des Schlosses oder sei schlicht hässlich.  

 

Jedoch stört nicht nur die optische Verwandlung des Schlosses. Vielfach wird kritisiert, dass so eine große Geldmenge in das Projekt fließt, obwohl das Geld an vielen anderen Ecken zu fehlen scheint.

 
 

Auch auf shz.de wird fleißig kommentiert:

„Ein unentschuldbarer Fehler. Wer hat dafür Geld...?? Alle, die dem maroden Land nicht das Geld mit diesem Projekt aus der Tasche ziehen wollen, finden den Anbau unerträglich. Die Nutznießer reden ihn schön. 
Es ist geradezu unerträglich, wenn für einen solchen Anbau Geld verschwendet wird, dass an sehr vielen Ecken und Enden sinnvoll eingesetzt werden könnte. z. B. Bildung, Erziehung usw“, findet Richard Arbeck.

Auch Sabine Tedens kritisiert den finanziellen Aspekt: „31,2-Millionen??? - Das ist jetzt ein schlechter Scherz, oder? Nein - doch wohl eher ein Disaster und eine schallende Ohrfeige für den Steuerzahler. Verantwortliche, mal nachdenken, bitte!“

Viele trauern schon jetzt einem der wenigen schönen und alten Gebäuden in Schleswig-Holstein hinterher und fragen sich warum ein Umbau mit einem derartigen Stilbruch einhergehen muss.

Doch nicht nur das subjektive Schönheitsempfinden Einzelner ist die Ursache für die Empörung. Heftig wird auch kritisiert, dass hier die Bürger vor vollendete Tatsachen gestellt werden und es keinerlei Bürgerbeteiligung im Vorfeld gegeben hat.

Zudem fühlen sich viele an ähnliche Bauveränderungen erinnert, wie zum Beispiel an den modernen Zusammenschluss des historischen Flensburger Nordertors mit der Phänomenta oder auch an das Militärhistorischen Museum in Dresden.

 
 

Unter die vielen kritischen Stimmen, mischen sich vereinzelt allerdings auch Befürworter des Projektes. Sie schlagen besänftigende Töne an und freuen sich über die „zukunftsweisende“ Veränderung.

„Sehr gelungen finde ich den Entwurf für eine sinnvolle Erweiterung und Verbesserung der Eingangssituation am Schloss. Wir sind hier nicht im Legoland und sollten keinen rückwärtsgewandten historisierenden Kitsch bauen. Die moderne Ergänzung weist in die Zukunft und macht das Schloss attraktiver“, kommentiert Holger Bruhn auf shz.de.

 
 
 
 

Ebenso gibt es Stimmen, die sich eine sachliche Diskussion wünschen oder zu bedenken geben, dass die bereitgestellte Computergrafik womöglich nicht mit dem letzendlichen Ergebnis übereinstimmen könnte.

 

Nichtsdestotrotz überwiegen in der öffentlichen Diskussion die negativen Meinungen und so dauert es nicht lange bis eine Petition gegen den Glasanbau in Gang gesetzt wurde.

 
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erstellt am 18.Nov.2016 | 12:26 Uhr

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