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Schleswig-Holstein

04. Dezember 2016 | 03:02 Uhr

Von Bad Segeberg nach Westen : BUND will A-20-Weiterbau von der EU kippen lassen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Umweltschützer argumentieren, der Bundesverkehrswegeplan von Minister Dobrindt verstoße gegen EU-Vorschriften.

Berlin/Kiel | Der Umweltverband BUND will den Weiterbau der Küstenautobahn A20 von Schleswig-Holstein bis ins niedersächsische Westerstede sowie einige weitere Großprojekte des neuen Bundesverkehrswegeplans von der Europäischen Kommission kippen lassen. Das sagte der BUND-Experte Werner Reh gegenüber shz.de.

Um den Ausbau der Autobahn 20 wird schon seit Jahren gestritten. Ob Fledermäuse, ein verwaister Adlerhorst oder Brandschutz-Probleme – es gibt immer wieder Gründe, um den Bau zu stoppen. Auch das Umweltbundesamt hatte verlangt, auf den Weiterbau der A20 zu verzichten.

„Wir haben Beschwerde bei der EU eingereicht, weil Minister Dobrindt mit dem Bundesverkehrswegeplan gegen europäische Vorschriften für Umweltverträglichkeitsprüfungen verstößt“, erklärte Reh. So habe Dobrindt unter anderem die vom BUND vorgeschlagene Alternative zum A-20-Weiterbau im Verkehrswegeplan nicht geprüft – obwohl die Richtlinie aus Brüssel das vorschreibe. Statt einem Autobahnneubau und dem geplanten Elbtunnel bei Glückstadt regen die Umweltschützer den Ausbau bestehender Straßen sowie eine Verbesserung der Elbfähre Glückstadt-Wischhafen an.

Von seiner Beschwerde bei der EU erhofft sich der BUND die Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland. Ziel des BUND sei es, dass Dobrindt „zehn bis zwölf Großprojekte“ noch mal auf den Prüfstand stellen muss, sagte Reh – darunter die Küstenautobahn A 20 und die A 39 in Niedersachsen zwischen Lüneburg und Wolfsburg.

Zudem forderte der BUND gemeinsam mit vier weiteren Verkehrs- und Umweltverbänden die Abgeordneten des Deutschen Bundestags auf, besonders umweltfeindliche Projekte noch im Zuge der nächste Woche beginnenden Beratungen der Ausbaugesetze zum Verkehrswegeplan zu stoppen. „Das mit Abstand umweltschädlichste Projekt ist die Küstenautobahn“, sagte Christoph Bals vom Klimaschutzverein Germanwatch. Sie müsse daher verhindert werden.

Die Vorwürfe des BUND sind nicht die einzigen Probleme, wegen denen der A20-Ausbau stockt. Eine Übersicht:

 
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erstellt am 02.Sep.2016 | 14:36 Uhr

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