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Schleswig-Holstein

02. Dezember 2016 | 23:20 Uhr

Nach Knüppelattacke in Oersdorf : Bürgermeister Joachim Kebschull auf dem Weg der Besserung

vom

War es ein Streit über geplante Wohnungen für Flüchtlinge oder etwas ganz anderes? Nach dem Angriff auf den Bürgermeister von Oersdorf ermittelt die Polizei in alle Richtungen. Dabei geht es auch um frühere Drohungen.

Oersdorf | Nach der Knüppelattacke auf Oersdorfs Bürgermeister Joachim Kebschull gehen die Ermittlungen der Polizei weiter. Neue Erkenntnisse gab es am Samstag zunächst nicht, sagte ein Polizeisprecher. Ob es sich um eine fremdenfeindliche Tat handelte, war weiter unklar. Am Vortag hatte ein Sprecher betont, die Polizei ermittele in alle Richtungen. „Dieser Satz hat für uns eine große Bedeutung“, stellte der Sprecher klar.

Unterdessen befand sich Bürgermeister Kebschull nach Angaben seines Stellvertreters auf dem Wege der Besserung. Er werde in ein, zwei Tagen aus dem Krankenhaus kommen, sagte Vize-Bürgermeister Hans-Herrmann Gravert am Samstag. Vor dem Haus der Familie Kebschull waren am Freitagabend Blumen abgelegt worden, wie eine Sprecherin der Oersdorfer Wählervereinigung sagte.

Ein Unbekannter hatte Kebschull am Donnerstagabend mit einem Knüppel oder Kantholz vor einer Ausschusssitzung der Gemeinde im Kreis Segeberg niedergeschlagen. Zuvor waren an den 61-Jährigen bereits rassistische Parolen und Bombendrohungen adressiert worden, sechs Polizisten mussten die Sitzung sichern. Dabei sollte es auch um die Zukunft eines alten Bauernhauses gehen, in dem nach mittlerweile verworfenen Plänen, auch Flüchtlinge unterkommen sollten.

Einen Tag nach dem Angriff gab es eine weitere Droh-Mail. Wer jetzt noch immer nicht hören will, wird bestimmt lieber fühlen“, heißt es der E-Mail, die der frühere Bürgermeister Wilfried Mündlein am Freitagmorgen erhalten hat. „Aus Knüppel wird Hammer, aus Hammer wird Axt“, heißt es darin weiter.

Foto: E. Gehm
 

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) sagte am Samstag beim Festakt zum 70-jährigen Bestehen des Landes in Eutin, dies sei „ein zutiefst feiger und hinterhältiger Angriff auch auf unser Land“ gewesen. „Alle unsere Wünsche sind bei Bürgermeister Joachim Kebschull.“ Mit ihm habe er noch am Freitag telefoniert, sagte Albig.

Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt (SPD) kritisierte den Angriff auf den Oersdorfer Bürgermeister Joachim Kebschull bereits am Freitag. „Das darf nicht passieren. Demokratie muss wehrhaft sein“, sagte Studt am Freitag nach einem Besuch der Gemeinde im Kreis Segeberg. Ehrenamtliche Gemeindevertreter und Bürgermeister müssten ohne Angst arbeiten können.

 

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erstellt am 01.Okt.2016 | 13:43 Uhr

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