zur Navigation springen

Schleswig-Holstein

10. Dezember 2016 | 13:53 Uhr

Moschee vs. Bordell in Pinneberg : Bordell-Chef wehrt sich: „90 Prozent der Kunden sind Türken“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach Vorwürfen der Türkisch-Islamischen Gemeinde ist der Betreiber gesprächsbereit. Und er besteht auf seinem Recht.

Pinneberg | Moschee neben Bordell: Seref Ciftci, der Vorsteher der Türkisch-Islamischen Gemeinde in Pinneberg, ist erst einmal abgetaucht. Weder telefonisch noch per E-Mail war er am Mittwoch zu erreichen. Dafür sprach der Betreiber des Bordells in der Friedenstraße, das sich seit etwa zwei Monaten in einem zweigeschossigen Wohnhaus befindet, freimütig in einem Interview mit dem Pinneberger Tageblatt. „Ich kann die große Welle, die gemacht wird, nicht verstehen“, sagt der gebürtige Russe, der mit Namen nicht genannt werden möchte. Seit sechs Jahren lebt er in Pinneberg.

Die Türkisch-Islamische Gemeinde will gegen den Puff vorgehen. Von einer Unterschriftenaktion ist die Rede. Stein des Anstoßes: Prostituierte würden sich mit entblößten Brüsten direkt am Fenster zeigen, so der Vorwurf der Türkisch-Islamischen Gemeinde. „Es gab nur einen Vorfall. Eine Frau ist in die Küche gegangen, in der das Licht an war. Sie war oben herum aber bekleidet“, sagt er. „Ich verstoße gegen kein Recht. Alle Mädchen sind angemeldet“, betont er.

Auch den Vorwurf, dass die Friedenstraße für Kinder ein Schulweg sei und in der Moschee 170 Kinder betreut würden und deshalb dort kein Puff hingehöre, weist er von sich: „Es geht hier erst ab 23 Uhr los. Was haben um diese Uhrzeit Kinder auf der Straße zu suchen?“ Zurzeit seien zwei der drei Frauen im Urlaub. Es sei ruhig. Er habe auch kein Bordell, sondern eine Anlaufstelle für Männer mit Bedürfnissen.

Der Betreiber redet Klartext: „Das Gewerbe gab es schon vor Zeiten von Moscheen und Kirchen.“ Im Übrigen: „90 Prozent der Kunden, die zu mir kommen, sind Türken.“

Für nächste Woche hat Bürgermeisterin Urte Steinberg ein Gespräch anberaumt. „Ich bin bis jetzt nicht eingeladen worden“, sagt der Betreiber. Für einen Dialog sei er aber bereit. Die Stadt ließ indes am Mittwoch mitteilen, dass man zuerst mit der Türkisch-Islamische Gemeinde sprechen möchte.

zur Startseite

von
erstellt am 11.Aug.2016 | 06:12 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen